Merkur-Kommentar

Angriffe auf freiwillige Helfer: Werden Attacken zu lax bestraft?

München - Fälle wie diese häufen sich: Ehrenamtliche wollen bei Unfällen helfen – und werden zu Opfern. Werden solche Attacken zu lax bestraft?

Vorige Woche auf der Passauer Autobahn: Ein schwerer Unfall mit Verletzten bei Forstinning, die Freiwillige Feuerwehr rückt aus, sperrt die Straße – und wird von einem Autofahrer beschimpft und beleidigt.

Februar 2015, Fasching in Weichs bei Dachau: Eine Sanitäterin verarztet einen Betrunkenen nach einer Schlägerei, der Mann prügelt die Helferin krankenhausreif. Fälle wie diese häufen sich: Ehrenamtliche wollen helfen – und werden zu Opfern. Werden solche Attacken zu lax bestraft?

Wer Polizisten angreift, dem drohen seit 2011 härtere Strafen, nämlich maximal drei statt zwei Jahre Haft. Darauf konnte sich die Politik einigen. Auf eine Verschärfung der Gesetze für freiwillige Helfer bislang nicht. Gewalt gegen Polizeibeamte soll nicht relativiert werden, und doch kennt ein Polizist sein Berufsrisiko. Ehrenamtliche bekommen für die Gefahr, der sie sich in der Freizeit aussetzen, keinen Cent.

Nicht jeden Schläger werden schärfere Gesetze abhalten. Zumal die Übergriffe oft unter Alkoholeinfluss stattfinden. In vielen Fällen fehlt den Tätern einfach jeglicher Funken Respekt vor den Freiwilligen. Den zu stärken gilt es – und das könnte mit einem politischen Zeichen gelingen. Nur so bleibt das Ehrenamt attraktiv. Nachwuchs zu finden, ist ohnehin schon schwer genug.

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