Offene Fremdenfeindlichkeit oder demokratischer Protest? "Pegida" löst weiter heftige Reaktionen aus. Foto: Arno Burgi
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Offene Fremdenfeindlichkeit oder demokratischer Protest? "Pegida" löst weiter heftige Reaktionen aus. Foto: Arno Burgi
Pegida-Chef Lutz Bachmann fühlt sich von Politikern und Journalisten nicht verstanden. Foto: Arno Burgi/Archiv
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Pegida-Chef Lutz Bachmann fühlt sich von Politikern und Journalisten nicht verstanden. Foto: Arno Burgi/Archiv
Teilnehmer der "Pegida"-Kundgebung laufen durch Dresden. Foto: Arno Burgi
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Teilnehmer der "Pegida"-Kundgebung laufen durch Dresden. Foto: Arno Burgi
Zeitgleich mit den "Pegida"-Anhängern gingen in Dresden erneut deren Gegner auf die Straße. Foto: Oliver Killig
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Zeitgleich mit den "Pegida"-Anhängern gingen in Dresden erneut deren Gegner auf die Straße. Foto: Oliver Killig
Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, spricht auf dem Theaterplatz in Dresden. Foto: Oliver Killig
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Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, spricht auf dem Theaterplatz in Dresden. Foto: Oliver Killig
Teilnehmer verschiedener Bündnisse gegen "Pegida" sammeln sich im Zentrum von Dresden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
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Teilnehmer verschiedener Bündnisse gegen "Pegida" sammeln sich im Zentrum von Dresden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
"Ich kenn&#39 die Welt. Ich hab&#39 sie im Fernsehen gesehen!!!" - Plakat der "Pegida"-Gegner in Dresden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
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"Ich kenn' die Welt. Ich hab' sie im Fernsehen gesehen!!!" - Plakat der "Pegida"-Gegner in Dresden. Foto: Hendrik Schmidt/Archiv
Teilnehmer einer "Pegida"-Demonstration in Dresden. Foto: Arno Burgi/Archiv
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Teilnehmer einer "Pegida"-Demonstration in Dresden. Foto: Arno Burgi/Archiv

15.000 Anhänger bei "Pegida"-Demo in Dresden

Dresden/Berlin - Die Anti-Islam-Bewegung "Pegida" mobilisiert ungeachtet der Kritik etablierter Parteien an ihren Parolen immer mehr Sympathisanten.

Am Montagabend folgten in Dresden rund 15 000 Menschen - mehr als je zuvor - dem Demonstrationsaufruf der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte die Aktionen der rechtskonservativen Bewegung scharf und warnte vor "Hetze" gegen Ausländer. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Proteste eine "Schande für Deutschland" und zog sich dafür scharfe Kritik der CSU zu.

Zeitgleich mit den "Pegida"-Anhängern gingen in Dresden erneut deren Gegner auf die Straße. Zu Gegenkundgebungen, zu denen die Bündnisse "Dresden für alle" und "Dresden Nazifrei" aufgerufen hatten, kamen laut Polizei mehr als 5600 Menschen. Das waren deutlich weniger als noch vor einer Woche, als 9000 Gegendemonstranten gezählt wurden.

Unter den "Pegida"-Demonstranten war auch Alexander Gauland, der AfD-Vorsitzende in Brandenburg. Zuvor hatte der stellvertretende Sprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Hans-Olaf Henkel, den Mitgliedern seiner Partei noch davon abgeraten, sich an "Demonstrationen von selbst ernannten Islamkritikern" zu beteiligen.

Merkel sagte in Berlin, in Deutschland gelte zwar Demonstrationsfreiheit. "Aber es ist kein Platz für Hetze und Verleumdung von Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen." Jeder müsse aufpassen, "dass er nicht von den Initiatoren einer solchen Veranstaltung instrumentalisiert wird".

Der Interkulturelle Rat in Deutschland sowie Pro Asyl stuften "Pegida" als rassistisch ein. "Die Anführer dieser Demonstrationen sind keine Patrioten, sondern Rassisten, die Menschenrechte infrage stellen und Minderheiten diskriminieren", betonte Jürgen Micksch, Chef des Interkulturellen Rates. Es wäre allerdings falsch, alle Mitläufer der Demonstrationen als Rassisten zu bezeichnen: "Viele von ihnen haben Ängste, die sie auf Minderheiten projizieren."

Justizminister Maas äußerte in der "Süddeutschen Zeitung" (Montag) die Befürchtung, dass Deutschland "gerade eine neue Eskalationsstufe der Agitation gegen Zuwanderer und Flüchtlinge" erlebe. Er forderte ein breites Gegenbündnis der gesamten Zivilgesellschaft und aller Parteien. "Wir müssen "Pegida" entlarven."

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte an die Adresse von Maas: "Es ist eine ungeheure Verunglimpfung, friedlich demonstrierende Menschen, die ihre Sorgen ausdrücken, als "Schande für Deutschland" zu bezeichnen."

Der Zentralrat der Muslime warf der Politik einen Mangel an Überzeugungsarbeit vor, um Bürgern Ängste vor Zuwanderung zu nehmen. Durch die "Pegida"-Bewegung werde deutlich, dass viele Menschen Angst um ihre Zukunft hätten, sagte sein Vorsitzender Aiman Mazyek dem Bayerischen Rundfunk.

Ex-Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) sprach sich für einen Dialog mit bestimmten Teilen von "Pegida" aus. "Diejenigen Bürger, die nicht wirklich begreifen wollen oder begreifen können, was sie da tun, wofür sie sich missbrauchen lassen, auf die muss man zugehen", sagte er im Deutschlandfunk.

dpa

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