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Annette Schavan

Entzug des Doktortitels

Jetzt wird's für Schavan vor Gericht ernst

Düsseldorf - Ex-Bildungsministerin Schavan (CDU) trat vor einem Jahr von ihrem Amt zurück. Der Grund: Plagiatsvorwürfe bei der Doktorarbeit. Sie bestreitet den Vorwurf. Nun verhandelt das Gericht über den Fall.

Die frühere stellvertretende CDU-Vorsitzende klagt gegen den Entzug des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf. Die Philosophische Fakultät der Hochschule hatte ihr den Doktorgrad im Februar 2013 wegen schwerer Verstöße gegen wissenschaftliche Zitierregeln und wegen "systematischer und vorsätzlicher" Vortäuschungen eigener gedanklicher Leistungen aberkannt. Schavan bestreitet den Vorwurf, war aber vor einem Jahr als Bundesbildungsministerin zurückgetreten.

Die katholische Theologin war 1980 mit einer Dissertation zum Thema „Person und Gewissen“ an der Philosophischen Fakultät der Uni Düsseldorf promoviert worden. Darin plädiert sie für die Autonomie des Gewissens sowie für die Verantwortung des Einzelnen.

Klären muss das Gericht, ob das Verfahren an der Universität Düsseldorf rechtmäßig war. Schavans Anwälte machen geltend, die Entscheidung der Fakultät sei „in einem fehlerhaften Verfahren zustande gekommen“ und „auch materiell rechtswidrig“. Die Anwälte kritisieren unter anderem, die Vertraulichkeit sei verletzt worden, weil Informationen vor Abschluss des Verfahrens an die Öffentlichkeit gelangten. Ein externes Fachgutachten sei nicht eingeholt worden.

Schavan begann 1980 ihre berufliche Laufbahn bei der Studienförderung Cusanuswerk in Bonn. Nach weiteren Stationen übernahm sie 1991 die Leitung des Begabtenförderungswerks der katholischen Kirche. Von 1994 bis 2005 war sie Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Seit 2005 war sie Bildungsministerin im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Feburar kündigte die Bundesregierung an, dass Schavan deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl werden soll.

Schavan klagt nach eigenen Angaben gegen die Aberkennung des Doktortitels, weil sie sie als Unrecht empfindet. Es gehe ihr nicht um den Titel. Was geschehen sei, schade nicht nur ihr, sondern auch der Wissenschaft. In ihrer Arbeit über Gewissensbildung finde sie „heute auch schwache Stellen, aber es gibt angesichts von 880 Fußnoten keine Zweifel über die Textquellen“, sagte sie. „Meine Arbeit wurde 30 Jahre lang als ein gutes Buch gesehen.“ Sie nehme für sich in Anspruch, „integer gearbeitet“ zu haben.

Die frühere stellvertretende CDU-Vorsitzende fordert neue Standards für den Umgang mit Plagiatsvorwürfen. Jemandem zu sagen, er habe vor 33 Jahren in seinem Text zum Abschluss des Studiums absichtlich getäuscht, sei „mit einem irren Menschenbild verbunden“, kritisierte sie.

kna

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