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Video von Verdächtigem veröffentlicht

Anschläge von Dresden: Bekennerschreiben war Fälschung

Dresden - Ein nach den Sprengstoffanschlägen in Dresden auf einer Antifa-Internetseite aufgetauchtes Bekennerschreiben ist nach Einschätzung der Behörden gefälscht.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand handelt es sich um ein Fake“, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Wolfgang Klein, am Freitag in Dresden. Dies habe die Auswertung des Schreibens anhand von Formulierungen und Wortwahl ergeben. Wer dahinter stecke, sei nicht bekannt. Hinweisen zufolge hätte das Schreiben von jedem auf der Seite hochgeladen werden können.

Kurz vor den Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit waren in Dresden am Montag vor einer Moschee und einem Kongresszentrum zwei selbstgebaute Sprengsätze explodiert. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. 

Das Schreiben, in dem vermeintlich Linke die Verantwortung für die Anschläge übernahmen, hatte für Verwirrung gesorgt. Die Antifa hatte es umgehend als Fälschung bezeichnet; die Internetplattform „linksunten“, auf der es veröffentlicht worden war, hatte es nach kurzer Zeit gelöscht.

Anschlag auf Moschee: Video zeigt Verdächtigen 

Unterdessen veröffentlichten die Ermittler am Freitag ein Video einer Überwachungskamera, auf dem möglicherweise der Täter des Anschlags zu sehen ist. "Die auf dem Video zu sehende Person hielt sich einen längeren Zeitraum im Bereich der Moschee auf", teilte die Polizei Dresden am Freitag mit. Zeugen wurden aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden.

Die beiden veröffentlichten Videosequenzen sind 37 Sekunden lang. Darauf ist eine Person mit schwarzem Motorradhelm und Rucksack auf dem Rücken zu sehen, die auf einer Straße hin und her läuft und raucht. Das Gesicht ist nicht zu erkennen. Die Person trägt eine dunkle Hose sowie eine bläuliche Jacke. "Wer kann Angaben zu der im Video zu sehenden Person machen?", fragte die Polizei.

Sprengsatzattrappe: Gibt es eine Verbindung zum Moschee-Anschlag?

Am Donnerstag hatten dann Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdiensts an der Marienbrücke in Dresden eine Plastiktüte mit mehreren Gläsern entdeckt, aus denen Drähte ragten. Es handelte sich um eine Sprengsatzattrappe.

Die Generalstaatsanwaltschaft übernahm auch in diesem Fall die Ermittlungen. Die Attrappe werde auf Spuren und Hinweise untersucht, die Aufschluss geben könnten über die möglichen Täter, sagte der Sprecher. Geprüft werde nach wie vor auch eine mögliche Verbindung zu den Sprengstoffanschlägen vom Montag. Hinweise auf die mutmaßlichen Täter gebe es noch nicht.

Vor der zentralen Einheitsfeier, die bereits am Samstag mit einem großen Bürgerfest beginnt, wurden die Sicherheitsmaßnahmen in der Stadt verschärft. Allein am 3. Oktober sollen bis zu 2600 Beamte im Einsatz sein. Zu den Feierlichkeiten werden hunderttausende Besucher erwartet. Am offiziellen Festakt am Montag wollen Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnehmen.

afp/dpa

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