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Ausnahmezustand in Tunesien.

Zwölf Tote

Nach "Anschlag" in Tunis: Ausnahmezustand verhängt

Tunis - Bei einem mutmaßlichen Bombenanschlag auf einen Bus der Präsidentengarde in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind mindestens zwölf Sicherheitskräfte getötet worden.

Das berichtete das Staatsfernsehen am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Mindestens 20 Menschen wurden demnach verletzt. Präsident Béji Caïd Essebsi verhängte den Ausnahmezustand über das Land und kündigte am Dienstagabend einen „Krieg gegen den Terrorismus“ an.

Ein Sprecher des Präsidenten sagte, die Explosion in einem Bus der Sicherheitskräfte am frühen Dienstagabend scheine durch einen Selbstmordattentäter verursacht worden zu sein. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. In Tunis wurde eine Ausgangssperre von 21 Uhr abends bis fünf Uhr morgens angeordnet. Seinen für Mittwoch geplanten Staatsbesuch in der Schweiz sagte Essebsi ab.

In der Vergangenheit hatte es in Tunesien mehrfach Anschläge gegeben, die von islamistischen Terroristen verübt worden waren. So tötete ein Extremist Ende Juni in einer Hotelanlage des Badeorts Sousse 38 Urlauber, bevor er selbst erschossen wurde. Bereits im März waren bei einem Angriff auf das Nationalmuseum Bardo in Tunis mehr als 20 Touristen getötet worden.

Fotos vom Tatort zeigten am Dienstag schwer bewaffnete Polizisten mit Maschinenpistolen sowie Krankenwagen. Die Regierung hatte vor wenigen Tagen die zweithöchste Sicherheitswarnstufe ausgerufen und als Grund dafür Informationen über mögliche Anschläge in Sousse oder anderen sensiblen Regionen genannt. Erst Ende Oktober war der nach der Terrorattacke von Sousse ausgerufene Ausnahmezustand in Tunesien nach drei Monaten ausgelaufen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Tat. „Dieser Anschlag gegen Angehörige der tunesischen Sicherheitskräfte ist ein erneuter Angriff auf die Stabilität des tunesischen Gemeinwesens und seine demokratische Verfassung“, erklärte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin.

Die Anschläge der vergangenen Monate werden als Versuch der Extremisten angesehen, die junge Demokratie zu destabilisieren. In Tunesien sind Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida aktiv. Knapp 3000 tunesische Staatsbürger kämpfen nach Angaben der Regierung in den Reihen der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak. Sie stellen damit das größte Kontingent ausländischer Rekruten.

dpa

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