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Bewohner des Lagers in Amygdaleza protestierten gegen die dortigen Zustände.

Unmenschliche Bedingungen

Athen will umstrittene Flüchtlingszentren schließen

Athen - Nach dem mutmaßlichen Suizid eines Flüchtlings will die neue griechische Regierung will die gefängnisähnlichen Aufnahmelager für Migranten schließen.

Das kündigte der stellvertretende griechische Minister für Bürgerschutz, Giannis Panousis, am Samstag an. Am Freitag wurde ein 28-jähriger Insasse aus Pakistan im völlig überfüllten Lager von Amygdaleza im Norden Athens erhängt aufgefunden, offenbar tötete er sich selbst.

„Ich bin von Scham erfüllt“, sagte Panousis im Fernsehen. In wenigen Tagen werde es Entscheidungen zur Schließung der Lager geben, sagte er. "Wir werden tun, was wir vor der Wahl gesagt haben und was wir im Parlament gesagt haben." Das Linksbündnis Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras hat versprochen, die Einwanderungspolitik zu ändern und bessere Bedingungen für die Flüchtlinge im Land zu schaffen. Einwanderungsministerin Tasia Christodoulopoulou versprach kürzlich die Schließung der Zentren im ganzen Land.

Menschenrechtsorganisationen hatten Griechenland wiederholt wegen der in diesen Lagern herrschenden unmenschlichen Bedingungen kritisiert. In Amygdaleza sind hinter Zäunen und Stacheldraht nach Medienberichten mehr als 2000 Menschen zusammengepfercht. Eigentlich könne das Lager nicht mehr als 900 Menschen aufnehmen. Mehrmals gab es bereits Hungerstreiks.

Mehrere dutzend Bewohner demonstrierten am Samstag während Panoussis' Besuchs gegen die Zustände in dem Heim. "Freiheit. Wir sterben hier", stand auf Englisch auf einem Plakat.

Griechenland wird seit Jahren für seinen schlechten Umgang mit Flüchtlingen kritisiert. Vor allem werden Missstände in den überfüllten Aufnahmezentren angeprangert. Ob die Syriza jedoch ihre Wahlversprechen im Bereich der Einwanderungspolitik so einfach einlösen kann, ist fraglich: Ihr Koalitionspartner, die rechtspopulistische Partei Anel, ist gegen Einwanderung.

Griechenland ist eines der Einfallstore für Migranten, die in die Europäische Union gelangen wollen. Athen fordert seit geraumer Zeit mehr Geld von der EU für die Bewältigung des Andrangs sowie eine Neuregelung der "Dublin"-Regeln, wonach Flüchtlinge in das Land abgeschoben werden dürfen, in dem sie zuerst EU-Boden betraten.

dpa/afp

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