Baerbock entsetzt über die Zerstörung des Kachowka-Staudamms

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine verurteilt.
Berlin in Deutschland - „Für diese Umweltkatastrophe gibt es nur einen Verantwortlichen: Der verbrecherische Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine“, schrieb Baerbock am Dienstag auf Twitter. Hier würden „ein Staudamm in der Nähe eines Kernkraftwerks als Kriegswaffe missbraucht und Menschenleben in höchste Gefahr gebracht“.
„Dieser neuerliche Angriff auf zivile Infrastruktur zeigt auch die Verachtung für die intensiven internationalen Bemühungen, (...), ein Mindestmaß an Schutz für die Menschen in der Region zu gewährleisten“, schrieb Baerbock weiter. Sie verwies dabei auf die Bemühungen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, die Sicherheit des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten.
Die Bundesregierung arbeite nach der Zerstörung des Staudamms „mit Hochdruck an einem genauen Lagebild“, fügte Baerbock hinzu. Dies geschehe in enger Abstimmung mit den Partnern im Kreis der G7-Staaten sowie mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und der IAEA.
Aufgrund der Zerstörung des Staudamms in der Nacht zu Dienstag werden im Süden der Ukraine große Gebiete überflutet, Evakuierungen sind im Gange. Befürchtet wird auch eine Umweltkatastrophe. Aus dem Stausee wird auch das weitgehend abgeschaltete Akw Saporischschja mit Kühlwasser versorgt. Die IAEA sieht deswegen zumindest kein „unmittelbares nukleares Risiko“, äußerte sich aber dennoch besorgt. bk/yb
Selenskyj fordert weltweite Reaktion nach Angriff auf Staudamm
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eine Reaktion der Weltgemeinschaft auf die teilweise Zerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden seines Landes gefordert, für die er Russland verantwortlich macht. „Die Welt muss reagieren“, erklärte Selenskyj am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Russland befinde sich „im Krieg gegen das Leben, gegen die Natur, gegen die Zivilisation“. Er warf Russland vor, den Staudamm „vermint“ und dann „gesprengt“ zu haben.
Der in russisch besetztem Gebiet liegende Staudamm war bei einer Explosion in der Nacht zum Dienstag teilweise zerstört worden, große Mengen Wasser traten aus. Die Stadt Nowa Kachowka sowie rund zwei Dutzend kleinerer Orte wurden nach ukrainischen Angaben überflutet. Zahlreiche Menschen sollen nach russischen Angaben noch in Sicherheit gebracht werden.
Beide Seiten machen sich gegenseitig für den Angriff verantwortlich. Moskau spricht von „Sabotage“, um die annektierte Halbinsel Krim von der Wasserversorgung abzuschneiden. Kiew dagegen wirft der russischen Seite vor, mit der Sprengung die seit langem erwartete ukrainische Gegenoffensive erschweren zu wollen.
Selenskyj bezeichnete die Teilzerstörung des Staudamm als weiteren „Terrorakt“ und „Kriegsverbrechen“ Russlands. Er warf Moskau mit Blick auf die Auswirkungen der Zerstörung auf die Umwelt zudem „Ökozid“ vor. ans/yb



