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Barack Obama stellte am Mittwoch die neue Strategie im Kampf gegen den IS vor.

Luftangriffe in Syrien geplant

Obama: Neue Strategie im Kampf gegen IS

Washington - Obama vollzieht einen Kurswechsel im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Mit Verbündeten in Europa und dem Nahen Osten will der US-Präsident den Kampf gegen den Terror anführen.

US-Präsident Barack Obama will die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einem internationalen Militärbündnis zerstören. Vor dem Jahrestag der Anschläge vom 11. September kündigte Obama am Mittwochabend (Ortszeit) eine Ausweitung der im Irak begonnenen Luftangriffe auch auf Syrien an. Moderate syrische Rebellen sollen außerdem mehr Militärhilfe erhalten. Zugleich forderte Obama eine politische Lösung für Syrien, „um den Konflikt ein für alle Mal“ beizulegen. Dem Regime von Syriens Präsidenten Baschar al-Assad sprach Obama dabei jede Legitimität und Rolle ab.

„Unser Ziel ist klar: Wir werden IS mit einer umfassenden und andauernden Anti-Terror-Strategie schwächen und letztendlich zerstören“, sagte Obama in einer Rede an die Nation. In einer unsicheren Welt sei amerikanische Führung die feste Größe.

Nach langem Zögern Obamas bedeutet die Ankündigung einen Kurswechsel im Vorgehen gegen die selbst ernannten Dschihadisten. Der Kampf werde angeführt von den USA und gestützt auf ein breites Bündnis aus Partnern in Europa und dem Nahen Osten, sagte er. Der Präsident stimmte die Amerikaner auf einen langen Einsatz ein: „Es wird Zeit brauchen, einen Krebs wie IS auszurotten.“ Obama hatte stets betont, dass er den von seinem Vorgänger George W. Bush geerbten „dummen Krieg“ im Irak beendet habe und den Kampfeinsatz auch in Afghanistan beenden werde.

Syrische Opposition unterstützt die Pläne

Die syrische Opposition unterstützt die Pläne. „Wir haben lange nach einem solchen Handeln gerufen und immer wieder vor der Gefahr durch extremistische Gruppen gewarnt“, erklärte der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition (NSC), Hadi al-Bahra. Die mit der Koalition verbundene Freie Syrische Armee (FSA) könne in dem Konflikt obsiegen, brauche aber Unterstützung, um eine verlässliche und gut ausgebildete Streitmacht zu formen.

Obama kündigte die Entsendung von 475 weiteren Soldaten in den Irak an. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten. Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1500. Einen Einsatz von Soldaten mit einem Kampfauftrag schloss Obama erneut aus. „Wir werden uns nicht in einen weiteren Bodenkrieg im Irak ziehen lassen“, erklärte Obama vor dem Blue Room des Weißen Hauses.

Unklar ist, ob die US-Soldaten das Training direkt in Syrien oder in anderen Ländern leiten sollen. Der „New York Times“ zufolge hat Saudi-Arabien bereits angedeutet, Standorte für die Ausbildung zur Verfügung zu stellen.

USA bilden Mitglieder der Freien Syrischen Armee aus

Nach Medienberichten bilden die USA bereits seit längerem in Jordanien Mitglieder der Freien Syrischen Armee aus. Allerdings handele es sich dabei um eine verdeckte Aktion des Geheimdienstes CIA und nicht um einen offiziellen Militäreinsatz. Die CIA liefert den moderaten Rebellen zudem seit mehr als einem Jahr Waffen. Im Juni hatte Obama den Kongress bereits aufgefordert, 500 Millionen Dollar (367 Millionen Euro) zur Unterstützung der Rebellen freizugeben. Die US-Demokraten im Senat arbeiten bereits an einem Gesetzentwurf.

Obama warnte, dass die IS-Kämpfer neben dem Nahen Osten bald auch zu einer Gefahr für die USA heranwachsen könnten. „Obwohl wir noch keine spezielle Verschwörung gegen unser Heimatland entdeckt haben, haben IS-Anführer Amerika und unsere Verbündeten bedroht.“ Er bezog sich dabei auch auf die Enthauptung der beiden US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff. Der Fluss Tausender ausländischer Kämpfer müsse gestoppt und die Geldquellen der IS-Terroristen ausgetrocknet werden. Die humanitären Einsätze zum Schutz von Minderheiten und Flüchtlingen sollten fortgesetzt werden.

Luftangriffe in Syrien könnten entscheidend sein

Das US-Militär hatte vor rund vier Wochen begonnen, Stellungen des IS im Irak zu bombardieren und seitdem mehr als 150 Angriffe geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Pentagon mindestens 212 Ziele der Dschihadisten beschädigt oder zerstört.

Luftangriffe in Syrien könnten entscheidend sein, um den IS auszuschalten, erklärte der NSC-Vorsitzende al-Bahra. Genauso wichtig sei es aber zu erkennen, dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad die Wurzel der Gewalt sei. „Assad bleibt eine ernsthafte Gefahr für die Stabilität der Region“, sagte der NSC-Vorsitzende. Die in Istanbul ansässige und vom Westen unterstützte Nationale Syrische Koalition ist ein Bündnis mehrerer gemäßigter Oppositionsgruppen.

dpa

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