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Ein ukrainischer Soldat.

Kiew bittet Brüssel um Unterstützung

Schon mehr als 3600 Tote im Ukraine-Konflikt

Kiew - Ungeachtet der vereinbarten Waffenruhe sind im Osten der Ukraine auch im vergangenen Monat zahlreiche Zivilisten getötet oder verletzt worden.

Seit dem Beginn der Feuerpause am 6. September wurden bis zum 6. Oktober nach Angaben der Vereinten Nationen 331 Todesopfer gezählt. Insgesamt ist die Zahl der Toten seit Beginn der Kämpfe Mitte April mittlerweile auf mindestens 3660 gestiegen, wie aus einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht des UN-Büros für Menschenrechte hervorgeht. Weitere 8756 Menschen seien verletzt worden.

„Die Waffenruhe ist ein sehr willkommener Schritt zur Beendigung der Krise in der Ostukraine“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Prinz Said Raad al-Hussein. „Ich fordere alle Parteien dazu auf, diese ernsthaft zu respektieren und aufrechtzuerhalten und die Angriffe auf Zivilisten und die zivile Infrastruktur ein für alle Male zu stoppen.“

Die Zahl der von dem Konflikt betroffenen Zivilisten bezifferte Al-Hussein auf mehr als fünf Millionen. Er forderte, dass alle Menschenrechtsverletzungen rückhaltlos untersucht und verfolgt werden müssten, darunter der Beschuss von Zivilisten, Morde, mutmaßliche sexuelle Gewalt, die illegale Beschlagnahmung von Eigentum sowie die Misshandlung von Gefangenen.

Kiew bittet Brüssel um Unterstützung

Inmitten wieder aufflammender Kämpfe im Osten der Ukraine hat Kiew Gesandte mit der Bitte um Unterstützung nach Brüssel geschickt. Außenminister Pawlo Klimkin reiste am Mittwoch zum Antrittsbesuch beim neuen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, während Vize-Regierungschef Wolodymyr Grossman Gespräche mit der EU-Kommission führen sollte. Nach UN-Angaben wurden seit Beginn der Waffenruhe in der Ostukraine vor einem Monat mehr als 330 Menschen bei Kämpfen getötet.

Klimkin erklärte am Mittwoch, Grossman werde sich bei der EU-Kommission um Hilfe für die Bewohner im umkämpften Osten des Landes bemühen. Zudem werde er einen Plan vorstellen, die betroffenen Zivilisten aus der Konfliktzone in Sicherheit zu bringen. Deutschland hat bereits einen Hilfskonvoi in die Ukraine entsandt, um vor Einbruch des Winters dringend benötigte Güter für die hunderttausenden Flüchtlingen aus der Ostukraine zu liefern.

Die ukrainische Zentralbankchefin Valeria Gontorewa will unterdessen laut der Regierung in Kiew zum Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington reisen, um dort um die beschleunigte Auszahlung oder Aufstockung eines Hilfskredits von 17,1 Milliarden Dollar (13,5 Milliarden Euro) zu bitten. Ministerpräsident Arseni Jazenjuk sagte dem Kabinett, Gontorewa werde den IWF auffordern, "sein Programm zu ändern, um die aktuellen Realitäten zu berücksichtigen".

Die Europabeauftragte im US-Außenministeriumm, Victoria Nuland, sagte derweil beim Besuch eines Stützpunkts der ukrainischen Grenzschützer zusätzliche zehn Millionen Dollar für Schutzausrüstung zu. Die ukrainischen Streitkräfte haben bei den monatelangen Kämpfen im Osten schwere Verluste an Soldaten und Ausrüstung erlitten. Zwar gilt seit dem 5. September offiziell eine Waffenruhe, doch werden dennoch fast täglich Gefechte aus den Rebellenhochburgen Donezk und Lugansk gemeldet.

dpa/afp

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