Denis Cuspert
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Laut einem Medienbericht ist der Deutsche Denis Cuspert (2. v.l.) Teil der Führungsriege der IS.

Terror im nahen Osten

Bericht: Deutscher gehört zu IS-Führungskreis

Aleppo - Die Terrororganisation IS versetzt den nahen Osten in Angst und Schrecken. Nach einem Bericht gehört ein Deutscher zu ihrem Führungskreis.

Der Berliner Dschihadist Denis Cuspert alias Ex-Rapper Deso Dogg soll einem Medienbericht zufolge zum engeren Kreis der Kämpfer des Islamischen Staats (IS) rund um den selbsternannten Kalifen und IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi gehören. Cuspert, der als dschihadistischer Kämpfer den Kampfnamen Abu Thala Al-Alamani angenommen hat, soll kürzlich den Treueeid auf Al-Bagdadi geschworen haben, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf einen Bericht des Berliner Verfassungsschutzes.

Cuspert könnte dem Verfassungsschutzbericht zufolge auch an völkerrechtswidrigen Taten in Syrien beteiligt gewesen sein. Ein Video von Ende Juli zeige Cuspert, "bei der Schändung einer Leiche", berichtet das Blatt. Bei dem Toten handle es sich um einen zivilen Mitarbeiter eines Gasfeldes, der wie seine Kollegen augenscheinlich mit Kopfschüssen getötet wurde.

Die Verfassungsschützer warnten vor dem gewonnenen Status Cusperts innerhalb der Extremistenorganisation: "Seine Glaubwürdigkeit auf dem Schlachtfeld geht einher mit der gestiegenen Wertschätzung in der internationalen jihad-salafistischen Szene", zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Cuspert genieße "eine exponierte Stellung als deutschsprachiger Propagandist des Islamischen Staates", was "ein erhebliches Mobilisierungsmoment für einschlägig radikalisierte Personen in Deutschland die Reise nach Syrien anzutreten" berge.

Zwei Deutsche in der Gewalt der IS?

Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) soll einem Bericht zufolge zwei Deutsche in ihrer Gewalt halten. Bei den Geiseln handele es sich laut Sicherheitsbehörden um frühere Salafisten, die geschockt durch die Gräueltaten des IS in die Bundesrepublik zurückkehren wollten, berichtet das Magazin "Focus" in seiner neuen Ausgabe. Die Deutschen sollen demnach zusammen mit fünf Briten, drei Franzosen und zwei Belgiern in einem Folter-Gefängnis in der syrischen Stadt Rakka festgehalten werden.

Weitere Häftlinge stammen dem Bericht zufolge aus arabischen und asiatischen Ländern. In den Augen des IS gelten sie laut "Focus" als Verräter, die den Tod verdient hätten. Nach Informationen des Magazins gehen die Terrorfahnder inzwischen von 500 Islamisten aus, die von Deutschland nach Syrien gereist sind. 40 von ihnen seien bei den Kämpfen in der Region getötet worden.

Laut "Focus" finanziert sich der IS offenbar auch durch Schmuggel von Treibstoff aus Syrien in die Türkei. Nach Informationen des Magazins beschlagnahmten türkische Soldaten in den vergangenen Wochen tonnenweise Diesel und entdecken fertig verlegte Kunststoff-Pipelines, mit denen der IS Treibstoff über die Grenze pumpt. Allein in der letzten Augustwoche konfiszierten die Grenzer demnach fast 13 Tonnen Diesel sowie eine zwei Kilometer lange Rohrleitung, die dem Schmuggel diente.

Das Erstarken des IS in der jüngsten Vergangenheit hat die deutschen Nachrichtendienste offenbar überrascht. Der Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Beauftragte für die Nachrichtendienste des Bundes, Klaus-Dieter Fritsche, sagte der "Welt am Sonntag": "Die besondere Rolle, die der IS mittlerweile im Nordirak und in Syrien spielt, war nicht prognostizierbar."

Der IS kontrolliert nach einer Offensive weite Teile des Nordirak und des benachbarten Bürgerkriegslandes Syrien. Die radikalsunnitische Gruppierung geht mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vor, insbesondere gegen ethnische und religiöse Minderheiten.

US-Airforce mit neuen Angriffen gegen IS-Ziele

Die US-Luftwaffe hat am Sonntag Angriffe an einer neuen Front im Irak geflogen. Ziel des Einsatzes sei es gewesen, den Haditha-Staudamm in der Provinz Anbar gegen die Dschihadisten der Gruppe Islamischer Staat (IS) zu verteidigen, teilte die US-Armee mit. Die US-Luftwaffe sei damit einer Bitte der irakischen Regierung nachgekommen. Die Angriffe dienten demnach auch der Unterstützung irakischer Sicherheitskräfte und sunnitischer Stämme, die den Staudamm verteidigten.

Der Nordirak war Anfang Juni wegen mangelnden Widerstands der irakischen Streitkräfte von IS-Kämpfern förmlich überrannt worden. Die Extremisten gehen mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vor, insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten. Die irakische Armee und kurdische Kämpfer versuchen nun, die von den Extremisten eroberten Gebiete zurückzugewinnen.

Das US-Militär fliegt seit Anfang August Luftangriffe im Nordirak, um die kurdischen Peschmerga-Kämpfer und die irakischen Regierungstruppen in den Gefechten mit den Dschihadisten zu unterstützen. Durch die Unterstützung der US-Luftwaffe ist es kurdischen Truppen bereits gelungen, einige der verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

AFP

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