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Wartende Flüchtlinge vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Berlin. Foto: Kay Nietfeld

Pauschale zu niedrig

Zahlt der Bund zu geringe Kassenbeträge für Hartz-IV-Empfänger?

Berlin - Zahlt der Bund zu wenig Krankenversicherungsbeiträge für Hartz-IV-Empfänger? Wenn ja, könnte ihm das im kommenden Jahr auf die Füße fallen.

 Der Bund zahlt den gesetzlichen Krankenkassen möglicherweise zu geringe Beiträge für die medizinische Versorgung von Hartz-IV-Empfängern.

Verschärfen könnte sich dieses Problem durch arbeitslose Flüchtlinge, die nach 15 Monaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können und ebenfalls Leistungen nach den Hartz-IV-Regelungen (Arbeitslosengeld II) bekommen. Wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mitteilte, liegt das eigentliche Problem aber nicht bei den Flüchtlingen, sondern bei kostendeckenden Kassenbeiträgen für Hartz-IV-Empfängern.

Der Bund zahlt für sie zur Zeit einen monatlichen Krankenversicherungsbeitrag von gut 90 Euro sowie knapp 15 Euro für die Pflegeversicherung. Es bestehen Zweifel, dass diese Pauschale ausreicht. Derzeit werden laut Gesundheitsministerium Gespräche darüber geführt, wie hoch der Korrekturbedarf ist. Zudem werden die Auswirkungen des Flüchtlingszuzugs erörtert.

Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet damit, dass wegen des Flüchtlingszuzugs die Zahl der Hartz-IV-Empfänger in diesem Jahr um 270 000 Menschen steigt. Davon seien rund 200 000 erwerbsfähig. Flüchtlinge, die nach 15 Monaten eine sozialversicherungspflichtige Arbeit haben, zahlen indessen ganz normal Sozialbeiträge. In den ersten 15 Monaten werden Flüchtlinge nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt.

Den gesetzlichen Krankenkassen droht also zunächst durch die möglicherweise zu geringere Pauschale für Hartz-IV-Empfänger ein Defizit, das sich entsprechend erhöht, wenn Flüchtlinge nach 15 Monaten ebenfalls Hartz-IV-Leistungen bekommen. Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums, Katja Angeli, sagte am Mittwoch in Berlin, zusätzliche Belastungen aus den Hartz-IV-Regelungen für die gesetzliche Krankenversicherung seien "eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe".

Eine Sprecherin des Finanzministeriums erläuterte, die Beitragsentwicklung der Kassen gestalte sich derzeit weiter positiv. Zudem werde der Bundeszuschuss, der aus dem Haushalt für die gesetzliche Krankenversicherung gezahlt wird, von derzeit 14 Milliarden Euro im nächsten Jahr auf 14,5 Milliarden angehoben. Auch sei nicht seriös abzuschätzen, wieweit sich der Zuzug von Flüchtlingen für die Krankenversicherung auswirke.

Die "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch) hatte geschrieben, dass bereits in diesem Jahr eine Lücke von mehreren hundert Millionen Euro entstehen werde, weil der Bund für Flüchtlinge und andere Hartz-IV-Empfänger viel zu geringe Kassenbeiträge überweise. Im kommenden Jahre werde das Loch dann schon auf über eine Milliarde Euro anwachsen.

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Kommentare

hghmAntwort
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Wenn 2 Mio kommen sollen täten, müssten jetzt nach sechs Wochen schon eine Viertelmillion im Land sein so mathematisch durchschnittlich gerechnet.

Die echten Zahlen liegen deutlich darunter bisher...

Immer schon hysterisch übertreiben....

hghmAntwort
(0)(0)

Nö, siehe unten.

hghmAntwort
(0)(0)

Satz zwei stimmt natürlich nicht, solange die Flüchtlinge Asylstatus haben, zahlt der Bund die Krankenbehandlung für akute Erkrankungen und da muß um jeden einzelnen Behandlungsschein gebettelt werden. Also keine gesetzliche KV.

Wenn der Aufenthaltsstatus wechselt, gibt es SGBII solange nicht gearbeitet wird und dann zahlt der Bund die KV-Mindestbeiträge.
Die KV-Beträge der Arbeitnehmer zahlen diese Kosten nicht, im Gegenteil, der Bund zahlt zusätzlich zu den gesetzlichen KV-Beiträgen eine Pauschalsumme zusätzlich an die KV um den Beitragssatz der KV niedriger zu halten. ( 14 Mrd / 14,5 Mrd €)
Kein Arbeitnehmer zahlt daher mehr KV-Beiträge wegen den Flüchtlingen.

Und die Gesetzesreform zur KV der SGB-II-Bezieher wurde schon vor langem beschlossen und ist keine kurzfristige Reaktion auf aktuelle Ereignisse.