+
Die Kampfpanzer und Infanterie-Kampffahrzeuge sollen auf Stützpunkten in Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise Ungarn gelagert werden. Foto: Sebastian Kahnert/Archiv

Bericht: USA wollen schwere Waffen in Osteuropa lagern

US-Kampfpanzer auf Stützpunkten in den baltischen Staaten? Die russische Aggression auf der Krim und in der Ostukraine zwingt die Nato zu neuen Überlegungen. Dazu gehören Schritte, die bisher vermieden wurden, um Moskau nicht zu provozieren.

Washington dpa) - Die USA werden nach Informationen der "New York Times" möglicherweise schwere Waffen für bis zu 5000 amerikanische Soldaten in Osteuropa lagern.

Das Pentagon arbeite an einem entsprechenden Vorschlag, der aber noch von Verteidigungsminister Ashton Carter und dem Weißen Haus absegnet werden müsse, berichtete die Zeitung am Samstag unter Berufung auf US-Beamte und Nato-Kreise. Ziel sei es, Russland von einer möglichen Aggression in Europa abzuschrecken.

Die Waffen würden dem Blatt zufolge auf Stützpunkten in den drei Baltenstaaten Estland, Lettland und Litauen sowie in Polen, Rumänien, Bulgarien und möglicherweise Ungarn gelagert werden. Dazu zählten Kampfpanzer und Infanterie-Kampffahrzeuge. Es gebe aber noch politische Hürden, da die potenzielle Maßnahme Besorgnisse bei einigen Nato-Verbündeten über Russlands Reaktion auf einen solchen Schritt hervorgerufen habe.

Dennoch erwarten hohe US-Regierungsbeamte nach Angaben der Zeitung, dass der Vorschlag noch vor dem Treffen der Nato-Verteidigungsminister in diesem Monat in Brüssel gebilligt werde. Ein Pentagon-Sprecher, Steven Warren, wurde mit den Worten zitiert, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Das US-Militär prüfe derzeit noch in Abstimmung mit den Verbündeten, wo die Waffen am besten gelagert werden könnten.

Nach Angaben des Blattes wäre es das erste Mal seit Ende des Kalten Krieges, dass die USA schwere Militärausrüstung in den jüngeren Nato-Mitgliedstaaten stationieren würden, die früher Teil des Warschauer Pakts waren. Hintergrund der neuen Planungen sei die russische Aggression auf der Krim und in der Ostukraine.

Das gelagerte Arsenal wäre zwar klein im Vergleich zu dem, was Russland gegen Nato-Verbündete oder an seinen Grenzen aufbieten könne, schreibt die "New York Times". Aber es wäre eine klare Botschaft an den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass die USA der Verteidigung ihrer Nato-Verbündeten in Osteuropa verpflichtet sei.

New York Times

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gabriel: TTIP-Verhandlungen de facto gescheitert

So deutlich wie noch nie äußert sich SPD-Chef und Vizekanzler Gabriel zum Milliarden-Projekt TTIP: Das Vorhaben sei praktisch tot. Für das Schwesterabkommen Ceta wirbt …
Gabriel: TTIP-Verhandlungen de facto gescheitert

Merkel lässt Kanzlerkandidatur weiterhin offen

Berlin - Sie lässt sich nicht festlegen und sie wartet ab, was die nächsten Monate bringen werden: Angela Merkel lässt weiterhin offen, ob sie bei der Bundestagswahl im …
Merkel lässt Kanzlerkandidatur weiterhin offen

Weimarer Dreieck soll Zusammenhalt Europas stärken

Das Weimarer Dreieck hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung verloren. Angesichts der aktuellen Krisen wollen Deutschland, Frankreich und Polen die …
Weimarer Dreieck soll Zusammenhalt Europas stärken

Dutzende Tote nach Angriffen der Türkei auf Kurden in Syrien

Jahrelang war die Rebellenhochburg Daraja im Süden Syriens vom Regime belagert. Nun wurden Tausende Aufständische und Bewohner evakuiert. Im Norden starben Dutzende …
Dutzende Tote nach Angriffen der Türkei auf Kurden in Syrien

Kommentare