Ramelow erhält nach seiner Wahl die Glückwünsche des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Mike Mohring. Foto: Hendrik Schmidt
+
Ramelow erhält nach seiner Wahl die Glückwünsche des Fraktionsvorsitzenden der CDU, Mike Mohring.

Weiterer Abgeordneter meldet sich

Mehr Bestechungsvorwürfe um Ramelow-Wahl

Jena/Erfurt - Neue Vorwürfe in der Bestechungs-Affäre vor der Ramelow-Wahl: Ein weiterer CDU-Parlamentarier soll versucht haben, einen SPD-Politiker zu ködern, um das rot-rot-grüne Bündnis verhindern.

Thüringens Generalstaatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen wegen möglicher versuchter Bestechung vor der Wahl von Bodo Ramelow (Linke) zum Ministerpräsidenten ausgeweitet. "Die erhobene Beschuldigung eines weiteren, bislang unbekannten Abgeordneten wird bei den weiteren Ermittlungen berücksichtigt", sagte Behördensprecher Hans-Otto Niedhammer der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatten die "Thüringer Allgemeine" und die "Thüringische Landeszeitung" (Freitag) von einem weiteren anonymen SPD-Parlamentarier berichtet, der von einem CDU-Politiker einen Regierungsposten angeboten bekommen habe, damit er die Wahl Ramelows zum Ministerpräsidenten platzen lasse. Das hochrangige CDU-Mitglied habe ihm versprochen, er könne stellvertretender Regierungschef werden.

Bereits am Donnerstag hatte ein anderer SPD-Abgeordneter laut Berichten der "Südthüringer Zeitung" und des "Freien Worts" ähnliche Vorwürfe gegen einen CDU-Mann erhoben. Nach Angaben der "Thüringer Allgemeinen" hat ein CDU-Politiker dem Blatt bereits vor der Wahl gesagt: "Am Tag der Wahl werden die Karten neu gemischt. Wir haben da einen Abgeordneten vorbereitet." Die CDU hatte am Donnerstag erklärt, Bestechung sei "kein politisches Mittel der CDU-Fraktion".

Die bundesweit erste Koalition aus Linken, SPD und Grünen hat nur eine Stimme Mehrheit im Landtag, schon ein Abweichler hätte Ramelow Anfang Dezember scheitern lassen können. Der Linke-Politiker wurde im zweiten Wahlgang zum Regierungschef gewählt.

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Pro-Erdogan-Demo: Polizei stockt Zahl der Einsatzkräfte auf

Köln - Bis zu 30 000 Erdogan-Demonstranten, dazu ein Marsch von Rechten durch die Innenstadt - es wird kein ganz ruhiger Sonntag in Köln. Gestritten wird noch um eine …
Pro-Erdogan-Demo: Polizei stockt Zahl der Einsatzkräfte auf

Türkei entschlüsselte angeblich Nachrichten von Gülen-Anhängern

Ankara - Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei sinnt Präsident Erdogan offenbar auf Rache und ist bereit, die Todesstrafe wieder einzuführen. Auch Deutschland soll …
Türkei entschlüsselte angeblich Nachrichten von Gülen-Anhängern

US-Wahl: Donald Trump und Hillary Clinton im Check

München - Wofür stehen die beiden Kandidaten Donald Trump und Hillary Clinton eigentlich, welche Agenda verfolgen sie? Die tz macht den Kandidatencheck.
US-Wahl: Donald Trump und Hillary Clinton im Check

Anschlag geplant: Mann in Belgien festgenommen

Brüssel - Auch Belgien scheint weiter im Visier von Terroristen zu stehen. Nach mehreren Razzien sitzt ein 33-Jähriger in Haft. Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer.
Anschlag geplant: Mann in Belgien festgenommen

Kommentare