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Der 38-jährige ehemalige Elitesoldat Robert O'Neill hat erklärt, er habe bei der Operation Anfang Mai 2011 in Pakistan bin Laden durch einen Schuss in die Stirn getötet.

Ex-Elitesoldat gibt Identität preis

Bin-Laden-Todesschütze verrät schaurige Details

Washington - Elitesoldaten sind eigentlich zum Schweigen verpflichtet. Nun offenbart sich ein 38-jähriger Amerikaner in einem Pressebericht als mutmaßlicher Todesschütze Osama bin Ladens.

Der Ehrenkodex der US-Elitetruppe „Navy Seals“ ist unmissverständlich und gilt ein Leben lang: „Ich gebe nicht bekannt, was ich mache, und ich suche keine Anerkennung für mein Handeln.“ Gegen diesen Kodex und alle Geheimdienstvorschriften hat der mutmaßliche Todesschütze des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden verstoßen.

Der 38-jährige ehemalige Elitesoldat Robert O'Neill hat in einem Gespräch mit der „Washington Post“ (Freitag) seine Identität preisgegeben und bestätigt, während seines Einsatzes am 2. Mai 2011 den einst meistgesuchten Mann der Welt mit zwei Schüssen in die Stirn getötet zu haben.

Fragen bleiben: Stimmen diese Angaben? Und warum riskiert ein 24 Mal ausgezeichneter Soldat eine strafrechtliche Verfolgung wegen Geheimnisverrats? Ist es Geltungssucht, steckt er in finanziellen Nöten? Oder wollte O'Neill sich selbst outen, nachdem immer mehr Politiker und Journalisten seinen Namen erfahren und Kongressmitglieder ihm bereits gratuliert hatten?

„Ich dachte, ich würde es nicht überleben“, sagte O'Neill der „Washington Post“ über die hochgefährliche Kommandoaktion. US-Spezialkräfte waren in das Haus des Chefplaners der Terroranschläge vom 11. September 2001 im pakistanischen Abbottabad eingedrungen. O'Neill hatte dort Sprengfallen und heftigen Widerstand von Wachen erwartet und mit seinem Leben abgeschlossen.

Bereits im Februar 2013 berichtete das US-Magazin „Esquire“ Einzelheiten über den Einsatz und die letzten Minuten im Leben von Bin Laden - allerdings hieß O'Neill damals nur „der Schütze“. Bin Laden habe eine seiner Frauen als Art Schutzschild vor sich hergeschoben, sagte der Elitesoldat. „In dieser Sekunde habe ich auf ihn geschossen, zweimal in die Stirn. Bap! Bap!“

Wie der „Esquire“ weiter berichtete, stand der Todesschütze vor einem finanziellen Ruin. Da der Scharfschütze der „Navy Seals“ Ende 2012 freiwillig aus dem Dienst geschieden sei und das vorgeschriebene Pensionsalter nicht erreicht habe, bekomme er keine Abfindung.

Insgesamt sechs Elitesoldaten waren bei der Kommandoaktion im Haus von Bin Laden dabei - drei haben inzwischen ihre Sicht dargelegt. „Wer hat Osama bin Laden getötet“, fragte die „New York Times“ (Freitag) angesichts der Verwirrung. Demnach geben mehrere Militärs und Navy Seals an, dass ein dritter Elitesoldat zuerst auf Bin Laden geschossen und ihn niedergestreckt habe. O-Neill behauptete dagegen im „Esquire“, dass der Schütze vor ihm daneben geschossen habe.

Es werde niemals möglich sein, den genauen Todesschützen zu ermitteln, argumentiert die „New York Times“. Es habe keine Autopsie der Leiche, Videoaufzeichnungen des Einsatzes oder veröffentlichten Fotos gegeben. Außerdem seien mehrere Soldaten am Einsatzort gewesen und alle hätten Nachtsichtgeräte getragen.

Laut „Washington Post“ war die Identität des mutmaßlichen Todesschützen in den vergangenen Monaten durchgesickert. Nachdem O'Neill Interviews mit dem Sender Fox News und der „Washington Post“ angekündigt hatte, gaben ehemalige Kameraden seinen Angaben zufolge seine Identität auf der von ehemaligen „Seals“ betriebenen Webseite Sofrep.com preis - als Protest gegen seine Interviewpläne.

O'Neill offenbarte sich nach eigenen Angaben im vergangenen Sommer spontan bei einer Rede vor Familienangehörigen der Opfer der Anschläge vom 11. September 2001. Er sagte, er habe das Gefühl gehabt, dass dies den Menschen, die ihre Angehörigen verloren hätten, ein Trost gewesen sei.

dpa

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