Boko Haram will im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten einen sogenannten Gottesstaat errichten. Karte: stepmap.de Foto:

Nigeria: Truppen wehren Boko-Haram-Angriff auf Großstadt ab

Abuja (dpa) - Die nigerianischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen Angriff der islamistischen Terrororganisation Boko Haram auf eine Großstadt im Nordosten des Landes erfolgreich abgewehrt.

Hunderte der militanten sunnitischen Fundamentalisten hatten Augenzeugen zufolge seit Samstagmorgen versucht, die Stadt Gombe einzunehmen. Es kam zu heftigen Feuergefechten in den Vororten der Stadt, auch Kampfflugzeuge waren im Einsatz. Die Regierung verhängte daher am Samstag eine 24-stündige Ausgangssperre über Gombe. 

Zu möglichen Opfern der Kämpfe gab es zunächst keine Angaben. "Der Angriff der Terroristen auf Gombe wurde abgewehrt", teilte die Militärführung lediglich auf Twitter mit. Soldaten verfolgten nun die fliehenden Angreifer, hieß es weiter. Die Kämpfer der Boko Haram hinterließen Flugblätter, die die Einwohner zum Boykott der Präsidentenwahl Ende nächsten Monats aufriefen, wie die Zeitung "Premium Times" berichtete. Gombe hat Schätzungen zufolge mehr als 200 000 Einwohner. Boko Haram hat auch bereits mehrfach vergeblich versucht, die wichtige nordöstliche Stadt Maiduguri einzunehmen.  

In den Vororten Gombes lieferten sich Armee und Boko Haram Berichten schwere Kämpfe. "Das Geräusch von Gewehrfeuer ist überall", sagte Anwohner Mustapha Ibrahim telefonisch der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Luftwaffe sei eingesetzt worden und habe Stellungen der Angreifer rund um Gombe bombardiert. Im gleichnamigen Bundesstaat Gombe, den die Islamisten zuletzt vermehrt angegriffen hatten, leben rund drei Millionen Menschen.

Die Terrororganisation will im Nordosten Nigerias und angrenzenden Gebieten der Nachbarländer einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts errichten. Inzwischen sind auch die Streitkräfte aus Kameruns, Tschad und dem Niger am Kampf gegen die Terrorgruppe beteiligt. Allein in Nigeria sind bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe seit 2009 mindestens 13 000 Menschen getötet worden. Rund 1,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt in sicherere Landesteile geflohen. 

Tweet des nigerianischen Verteidigungsministeriums

Bericht Premium Times

UN-Schätzung für Bevölkerung des Bundesstaats Gombe

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