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Das Brexit-Ergbnis steht jetzt fest: Großbritannien stimmt für den Austritt aus der Europäischen Union (EU).

"Wir sind raus aus Europa!"

Brexit-Ergebnis offiziell: Briten stimmen für Ausstieg aus EU

London - Bye, bye Britain!  Das Brexit-Ergbnis steht jetzt fest: Großbritannien stimmt für den Austritt aus der Europäischen Union (EU).

"We're out of Europe!" vermeldet die britische Zeitung "Daily Mail" am Freitagmorgen. "Wir sind raus aus Europa!" Auch der renommierte TV-Sender BBC legt sich fest: Großbritannien hat für den Brexit und damit den Austritt aus der EU gestimmt. Erste Umfragen sahen die Brexit-Gegner vorne. Im Laufe der Nacht drehte sich das Ergebnis. Nun ist der Brexit offiziell.

Die aktuellen Nachrichten finden Sie in unserem Brexit-Ticker. Hier erklären wir Ihnen außerdem, was der Brexit überhaupt ist.

BBC: Brexit fix - Briten stimmen für EU-Austritt

Die Briten haben nach Angaben der BBC für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Die Befürworter eines Brexit lagen am Freitagmorgen nach Auszählung fast aller Stimmen uneinholbar vorn, wie der britische Sender berichtete. Nach Auszählung von 374 der 382 Wahlkreise gab es 16,8 Millionen Stimmen für den Austritt und 15,7 Millionen für den Verbleib, womit es für die EU-Befürworter unmöglich war, den Rückstand noch aufzuholen.

Brexit-Ergebnis: Verlässt Großbritannien die EU sofort?

Nein. Die britische Regierung muss der EU die Austrittsabsicht nun offiziell mitteilen. Eine Frist dafür gibt es nicht, wann London dies tut, ist bisher unklar. Ist die Austrittserklärung eingereicht, beginnen die Verhandlungen über die Einzelheiten des Austritts und die Entflechtung der beiderseitigen Beziehungen.

Nach Brexit-Ergebnis: Zerbricht die EU nach dem Austritt von Großbritannien?

Trotz des Brexit-Schocks ist das wenig wahrscheinlich. Weitere Austritts-Referenden sind aktuell nirgendwo geplant. Allerdings könnte der Brexit Nachahmer finden. Schon wird über Volksabstimmungen anderswo spekuliert, zum Beispiel in Frankreich, Dänemark oder den Niederlanden. Nach dem Motto: „Was die Briten können, können wir auch.“ Auf jeden Fall steht die EU vor schweren Zeiten: Flüchtlingskrise, Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit sind ohnehin schon enorm viel Ballast. Und jetzt kommt auch noch der Scheidungsprozess mit London hinzu.

Brexit-Ergebnis: Droht ein Dominoeffekt in der EU?

Auch an der EU-Spitze wird das nicht ausgeschlossen, denn europaskeptische Parteien sind in mehreren Ländern im Aufwind. Europakritiker auch in anderen Mitgliedstaaten haben bereits Referenden gefordert. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte jüngst, er könne "nicht ausschließen, dass der britische Ausstieg Lust auf mehr machen würde in anderen Ländern".

Was bedeutet das Brexit-Ergebins für Deutschland?

Wer in der EU seine Positionen durchsetzen will, braucht Verbündete - und für die Bundesrepublik war Großbritannien einer der wichtigsten. Ob Subventionen, Freihandel, Kartellrecht oder Digitalisierung: Die Gemeinsamkeiten sind so groß wie mit kaum jemandem sonst. Deswegen ist der Brexit für Deutschland keine gute Sache. Und auch, dass die Deutschen ohne die Briten in Europa noch wichtiger werden, gefällt nicht jedem. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in den letzten Krisenjahren schon viel Kritik auf sich gezogen, mitunter auch Hass.

Steinmeier zu Brexit-Ergebnis: "Trauriger Tag für Europa und Großbritannien"

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich enttäuscht über den Ausgang des Brexit-Referendums geäußert. „Die Nachrichten aus Großbritannien sind wahrlich ernüchternd“, sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. „Es sieht nach einem traurigen Tag für Europa und für Großbritannien aus.“ Der SPD-Politiker wird am Freitag zu einem EU-Ministertreffen in Luxemburg erwartet, bei dem über die Folgen des Referendums beraten werden soll. Am Samstag kommen in Berlin die Außenminister der sechs EU-Gründerstaaten (Deutschland,Frankreich, Italien und die Benelux-Länder) zusammen.

Deutsche Exporteure: Brexit-Ergebnis ist Katastrophe

Die deutsche Exportwirtschaft hat das Votum der Briten für einen Austritt aus der EU „eine Katastrophe für Großbritannien, für Europa und insbesondere auch für die deutsche Wirtschaft“ genannt. „Es ist bestürzend, dass die älteste Demokratie der Welt uns den Rücken kehrt“, sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner, am Freitagmorgen der Deutschen Presse-Agentur.

„Die Briten werden die Ersten sein, die unter den wirtschaftlichen Folgen leiden werden.“ „Geradezu apokalyptische Hochrechnungen“ prognostizieren dem BGA zufolge einen bis zu 30 prozentigen Wohlstandsverlust bis zum Jahr 2030. Aber auch für Europa sie dies eine verheerende Nachricht. „Wir müssen jetzt alles daran setzen, die massiven Zentrifugalkräfte, die uns in Europa zu zerreißen drohen, einzufangen“, mahnte Börner.

Brüssel müsse sich wieder mehr um die große Linie kümmern und dürfe sich nicht im Klein Klein verlaufen. „Fragen der Migration, der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie des Binnenmarktes müssen europäisch gelöst werden“, sagte der BGA-Chef. Es gebe zwar weiterhin Bedarf an europaeinheitlichen Regeln: „Gleichzeitig muss aber nicht jedes Detail harmonisiert werden.“

Brexit: Finanzmärkten droht wegen EU-Austritt von Großbritannien ein „Black Friday“

Brexit-Schock für Europa und die Finanzmärkte: Der Austritt der Briten aus der EU, der in letzten Umfragen noch abgewendet schien, dürfte für einen „Black Friday“ sorgen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut zwei Stunden vor Handelsbeginn um 8 Prozent tiefer bei 9435 Punkten.

Die Anleger werden klar auf dem falschen Fuß erwischt: Seit Mitte der Vorwoche war der Dax in zunehmender Hoffnung auf einen Verbleib der Briten noch um fast 9 Prozent nach oben gesprungen. Nun droht ein historischer Einbruch. „Der bislang schwärzeste Tag war 1978 mit einem Rutsch um 9,39 Prozent“, sagte ein Händler. Knapp unter 9300 Punkten würden wir diesen Negativrekord einstellen.

Bei weltweit einbrechenden Aktienmärkten flüchteten die Anleger in sichere Häfen. Vor allem der Yen blieb als Fluchtwährung gesucht. Das Pfund wertete gegenüber der japanischen Währung um bis zu 15 Prozent ab. Auch Gold und Anleihen waren am Morgen gefragt.

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