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UKIP-Kandidat Douglas Carswell (links) und Parteichef Nigel Farage freuen sich.

Britisches Unterhaus

Briten wählen EU-Gegner UKIP ins Parlament

London - Die EU-feindliche britische Ukip-Partei zieht erstmals ins britische Unterhaus ein:

Die EU-feindliche United Kingdom Independent Party (Ukip) zieht erstmals ins britische Unterhaus ein: Bei einer Nachwahl im südostenglischen Clacton-on-Sea setzte sich der Ukip-Kandidat Douglas Carswell deutlich mit fast 60 Prozent der Stimmen durch, wie aus dem in der Nacht zum Freitag veröffentlichten Ergebnis hervorging. In einem zweiten Wahlkreis unterlag ein Ukip-Kandidat nur knapp seiner Konkurrentin von der Labour-Partei.

Carswell war Ende August aus der in London regierenden Konservativen Partei von Premierminister David Cameron ausgetreten. Bislang hatte er für die Konservativen im Parlament gesessen. Seinen Wählern dankte Carswell nach seinem Sieg. "Ich bin aus dem Parlament ausgeschieden, um mich dieser Wahl zu stellen, weil ich mich zuerst, zuvorderst und zuletzt Ihnen gegenüber verantworten muss", sagte er.

Mit Blick auf Rassismusvorwürfe gegen seine Partei versicherte Carswell, Ukip repräsentiere "alle Briten, die erste und die zweite Generation ebenso wie jeden anderen". Die 1993 gegründete rechtspopulistische Partei verzeichnet in jüngster Zeit mit ihrem Programm gegen die Europäische Union und Zuwanderer aus dem Ausland große Stimmenzuwächse.

Cameron warnte in einer ersten Reaktion erneut davor, die Ukip zu wählen. Das würde bedeuten, bei der Parlamentswahl im Mai 2015 eine Regierung der Labour-Partei mit deren Chef Ed Miliband als Premierminister an die Macht zu bringen.

Ihren bislang größten Erfolg erzielte die Ukip bei der Wahl zum Europäischen Parlament im Mai. Mit 27,5 Prozent der Stimmen setzte sie sich in Großbritannien vor die regierenden Tories und die oppositionelle Labour-Partei. Nun hofft sie darauf, bei der Parlamentswahl im kommenden Jahr zum Königsmacher für die Regierungsbildung zu werden.

Im Wahlkreis Heywood and Middleton, wo wegen des Tods eines Labour-Abgeordneten ebenfalls eine Nachwahl anberaumt worden war, konnte sich der Ukip-Kandidat John Bickley allerdings am Donnerstag nicht durchsetzen. Die Labour-Kandidatin Liz McInnes gewann die Wahl in der bisherigen Hochburg ihrer Partei jedoch nur mit einer knappen Mehrheit von 617 Stimmen.

Ukip-Chef Nigel Farage hatte bei einem Parteitag im September versichert, dass die Partei im Unterhaus vertreten sein werde. "Hier geschieht etwas Großes", zeigte er sich nun am Freitag im Rundfunksender BBC überzeugt. Die Briten wollten den "Wandel" und hätten "genug von Karrierepolitikern" der Tories, der Labour-Partei und der mit Cameron in London regierenden Liberaldemokraten.

Cameron hatte angesichts der Ukip-Erfolge bereits vor einiger Zeit die Flucht nach vorn ergriffen. Er versprach den Briten für den Fall eines Wahlsiegs seiner Tories im kommenden Jahr ein Referendum über den Verbleib Großbritanniens in der EU, das im Jahr 2017 stattfinden soll. Bis dahin will er die Stellung des Königreichs in der EU von Grund auf neu verhandeln.

AFP

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