Ein Polizist am Zugang zum Brüsseler Flughafen
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Ein Polizist am Zugang zum Brüsseler Flughafen.

Öffentliches Leben in Brüssel steht still

Höchste Warnstufe - Attentäter noch auf freiem Fuß?

Brüssel - Die belgischen Behörden haben die Terrorwarnstufe für Brüssel auf das höchste Niveau angehoben. Damit sehen die Behörden eine „sehr ernste“ Bedrohung durch unmittelbar bevorstehende Anschläge.

Das war zuletzt im November 2015 der Fall. Eine Woche nach Anschlägen in Paris mit 130 Todesopfern hatte es damals konkrete Gefahrenhinweise für die Region Brüssel gegeben. Bleiben Sie in unserem News-Ticker zum Terror in Brüssel auf dem Laufenden.

Das öffentliche Leben kam damals für fünf Tage zum Erliegen: Der U-Bahnverkehr wurde eingestellt, den Bewohnern der Hauptstadtregion empfohlen, größere Menschenansammlungen zu meiden. Größere Veranstaltungen sollten abgesagt werden. Cafés und Kneipen im Zentrum Brüssels wurde geraten, aus Sicherheitsgründen zu schließen. Bei der Warnstufe 3 („ernst“) gilt eine Bedrohung als „möglich und wahrscheinlich“. Stufe 2 geht von einer „mäßigen“ und Stufe 1 von einer „geringen“ Bedrohung aus.

Belgische Regierung warnt vor anhaltender Gefahr durch Attentäter

Die belgische Regierung hat vor einer noch immer bestehenden Gefahr durch Attentäter in der Hauptstadt Brüssel gewarnt. "Wir fürchten, dass Personen noch auf freiem Fuß sind", sagte Außenminister Didier Reynders am Dienstag dem Fernsehsender RTBF. Das belgische Krisenzentrum teilte kurz vor 14.00 Uhr mit, "in wenigen Minuten" werde am Flughafen "ein verdächtiges Paket durch ein Sprengstoffteam der belgischen Armee neutralisiert".

Das Krisenzentrum hatte die Bürger schon am Vormittag wegen der weiter bestehenden Anschlagsgefahr aufgerufen, in ihren Häusern oder an ihren Arbeitsstellen zu bleiben. "Bleiben Sie, wo Sie sind", erklärten die Behörde über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Nato erhöht Alarmstufe - Stoltenberg: „Stehen Belgien bei“

Die Nato hat die Alarmstufe in ihrem Brüsseler Hauptquartier nach den tödlichen Anschlägen in der EU-Hauptstadt erhöht. „Wir bleiben wachsam und verfolgen die Lage weiterhin genau“, erklärte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Dienstag. Stoltenberg sprach von einem „feigen Anschlag“ auf „unsere Werte und auf unsere offene Gesellschaft“. Der Terrorismus werde die Demokratie und ihre Freiheiten nicht besiegen. Er denke an die Opfer und ihre Angehörigen. „Wir alle stehen unserem Alliierten Belgien an diesem dunklen Tag bei“, fügte Stoltenberg hinzu.

Kein Zugverkehr zwischen Niederlanden und Brüssel

Der Zugverkehr zwischen den Niederlanden und Brüssel ist nach den Anschlägen von Brüssel stillgelegt worden. Davon betroffen sind auch die internationalen Züge Thalys und Eurostar, teilte ein Sprecher der niederländischen Bahn am Dienstag mit.

Belgien verstärkt Sicherheitsvorkehrungen an Atomkraftwerken

Nach den Anschlägen in Brüssel hat Belgien die Sicherheitsvorkehrungen an den Atomkraftwerken des Landes verstärkt. Es seien "zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen" ergriffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag. Unter anderem würden Autos kontrolliert. "Polizei und Armee sind vor Ort", berichtete Belga.

Britische Polizei verstärkt Präsenz an Flughäfen und anderen sensiblen Orten

Nach den Bombenanschlägen mit mindestens 21 Toten in Brüssel hat die britische Polizei ihre Präsenz an Flughäfen und anderen sensiblen Orten verstärkt. "Als Vorsichtsmaßnahme ist im Vereinigten Königreich die Polizeipräsenz an wichtigen Orten wie Verkehrsknotenpunkten verstärkt worden, um die Öffentlichkeit zu schützen und zu beruhigen", sagte der für Antiterrormaßnahmen zuständige Scotland-Yard-Beamte Mark Rowley am Dienstag.

Es gebe aber keine spezifischen Hinweise auf eine mögliche Bedrohung in Großbritannien, fügte Rowley hinzu. In der britischen Hauptstadt galt nach seinen Angaben eine besonders hohe Wachsamkeit. Zusätzliche Polizeibeamte seien in London im Einsatz, um "an wichtigen Orten sichtbare Patrouillen" vorzunehmen. Premierminister David Cameron leitete eine Krisensitzung seines Kabinetts.

Auch in den Niederlanden und Dänemark wurden die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzübergängen verschärft. In Frankreich berief Präsident François Hollande eine Krisensitzung seines Kabinetts ein.

Auch in Deutschland reagierten die Sicherheitskräfte umgehend.

Belgisches Rotes Kreuz sucht Blutspender

Nach den tödlichen Explosionen in Brüssel hat das belgische Rote Kreuz zum Blutspenden aufgerufen. Gesucht werden Spender mit den Blutgruppen A und Null mit dem Rhesusfaktor Negativ, teilte die Organisation am Dienstag auf ihrer Internetseite und auf Twitter mit. Spender sollten sich allerdings nicht in Brüssel melden, sondern in der Region Wallonie im südlichen Teil Belgiens.

Taxis fahren gratis

Nach den Anschlägen in Brüssel fahren die Taxis in der Stadt gratis. Das berichtet der belgische Fernsehsender VRT. Der belgische Taxiverband Febet rief seine Mitglieder über Twitter dazu auf, Menschen aus den betroffenen Gebieten zu fahren. Alle Metro-Stationen sind aus Sicherheitsgründen geschlossen.

New York verstärkt Polizeipräsenz nach Terror in Brüssel

Nach den Anschlägen in Brüssel haben New York und Washington ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. In der US-Ostküstenmetropole und in der US-Hauptstadt erhöhte die Polizei am Dienstag ihre Präsenz an öffentlichen Orten und im Nahverkehr. In New York waren Anti-Terror-Einheiten im Einsatz. Allerdings gebe es in der Millionenstadt keine Hinweise auf Verbindungen zu den Brüssel-Anschlägen, hieß es.

Auch in Washington gab es laut der Polizei keine Hinweise auf eine erhöhte Anschlagsbedrohung. Als Vorsichtsmaßnahme seien aber zusätzliche Streifen und Sprengstoff-Einheiten aktiviert worden.

Facebook schaltet „Sicherheitscheck“ nach Brüsseler Anschlägen an

Facebook hat nach den Explosionen in Brüssel am späten Dienstagvormittag seinen „Sicherheitscheck“ eingeschaltet, über den Nutzer Freunden mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind. Der Service war unter anderem nach den Terroranschlägen in Paris im vergangenen November aktiviert worden und zuletzt auch bei den Explosionen in Ankara. Der „Safety Check“ war ursprünglich unter dem Eindruck des Tsunami 2011 in Japan für den Fall von Naturkatastrophen entwickelt worden. Der erste Einsatz war nach dem Erdbeben in Nepal 2015.

Am Dienstag wurden bei Bombenanschlägen am Brüsseler Flughafen und an einer U-Bahn-Station der belgischen Hauptstadt zahlreiche Menschen getötet und verletzt (zum Ticker).

AFP/dpa

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