Keine Daten direkt an die NSA weitergegeben?

Eine Million Metadaten pro Tag durch BND erfasst

Berlin - Der Bundesnachrichtendienst erfasst pro Tag etwa eine Million Metadaten-Sätze in seiner Außenstelle im niedersächsischen Schöningen. Im Geheimdienst-Untersuchungsausschuss wurde dies jetzt zum Thema.

Das sagte der Leiter der Dienststelle am Donnerstag vor dem Geheimdienst-Untersuchungsausschuss des Bundestages. „Nach meinem Empfinden und meiner Erfahrung im Bundesnachrichtendienst ist das ein gigantisch kleiner und sehr stark vorselektierter Teil“, sagte der 55-Jährige. Die Daten stammten vor allem aus der Überwachung von Satellitenkommunikation, also von Telefonaten oder SMS.

Ein Datensatz umfasse mehrere Informationen, darunter Telefonnummern oder die Gerätekennzahl der Telefone. Die meisten Fälle beträfen Gespräche im Ausland.

Der Mann, der nur als „E.B.“ vorgestellt wurde, leitet die fragliche Dienststelle seit 2004. Die Software „XKeyscore“ des US-Geheimdienstes NSA habe man in Schöningen getestet, sie werde derzeit aber „so gut wie gar nicht“ eingesetzt. Der BND nutze lieber seine eigene Software.

Der BND-Mann zeigte sich überzeugt, dass aus seiner Dienststelle keine Daten direkt an die NSA weitergegeben wurden. „Zu keinem Zeitpunkt gingen keinerlei Daten an einen der Five-Eyes-Staaten. Nie.“ Die „Five Eyes“ sind die Geheimdienste von Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland und den USA, die besonders eng zusammenarbeiten. Die erfassten Daten würden an die BND-Zentrale in Pullach geleitet und auch mit der Bundeswehr geteilt.

dpa

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