In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft war in der Nacht zu Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Die fremdenfeindlichen Vorfälle in Sachsen sind nun Thema im Bundestag. Foto: Rico Löb
+
In einer geplanten Flüchtlingsunterkunft war in der Nacht zu Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Die fremdenfeindlichen Vorfälle in Sachsen sind nun Thema im Bundestag.

Nach Clausnitz und Bautzen

Bundestagsabgeordnete sorgen sich um Deutschlands Image

Berlin - Zu den fremdenfeindlichen Vorfällen in Sachsen findet am Mittwoch im Bundestag eine Debatte statt. Einige Abgeordnete der Union und der Grünen sind besorgt über das Ansehen des Landes.

Bundestagsabgeordnete von Union und Grünen sorgen sich angesichts der fremdenfeindlichen Auswüchse in Sachsen um einen Imageschaden für Deutschland. „Diese furchtbaren und widerlichen Anfeindungen gegen Flüchtlinge sind für das deutsche Image im Ausland Gift“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Fuchs warnte zugleich davor, Sachsen mit ganz Deutschland gleichzusetzen.

Der Bundestag debattiert an diesem Mittwoch (13.00 Uhr) über die jüngsten fremdenfeindliche Vorfälle in Sachsen. In Clausnitz hatte ein Mob von etwa 100 Leuten die Ankunft eines Busses mit Flüchtlingen blockiert. In Bautzen bejubelten Schaulustige den Brand einer geplanten Flüchtlingsunterkunft.

Ähnlich äußerte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Dieter Janecek: „Wer will noch investieren in ein Land, wo eine solche Feindseligkeit gegenüber Ausländern herrscht und in dem man sich als Fremder nicht sicher sein kann, dass man von der Polizei beschützt wird?“

Grünen-Fraktionsvize Kerstin Andreae sagte derselben Zeitung: „Die Botschaft dieser Bilder nach außen ist, dass wir keine weltoffene und tolerante Gesellschaft sind. Das hat ganz klar negative Konsequenzen für unser Image bei Investoren, Fachkräften und Wissenschaftlern im Ausland.“

Zu den Warnungen, Übergriffe und Fremdenfeindlichkeit könnten auch der deutschen Wirtschaft schaden, sagte der scheidende Präsident des Münchner ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn: „Die Gefahr besteht durchaus.“ Der „Passauer Neue Presse“ (Mittwoch) sagte er: „Brennende Flüchtlingsheime sind eine Schande für Deutschland. Das sind bedauerliche Entwicklungen, die nicht nur dem Bild Deutschlands in der Welt, sondern auch der deutschen Wirtschaft schaden können.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erdogan kündigt Rücknahme aller Klagen wegen Beleidigung an

Ankara - Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei sinnt Präsident Erdogan offenbar auf Rache und ist bereit, die Todesstrafe wieder einzuführen. Auch Deutschland soll …
Erdogan kündigt Rücknahme aller Klagen wegen Beleidigung an

Nach Merkel-Rede: CSU fordert schärfere Grenzkontrollen

München – Nach dem Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor der Hauptstadtpresse fordert  Bayerns CSU-Fraktionschef Kreuzer schärfere Grenzkontrollen.
Nach Merkel-Rede: CSU fordert schärfere Grenzkontrollen

30 000 Menschen zur Pro-Erdogan-Demo in Köln erwartet

Der Putschversuch in der Türkei belastet auch das Klima unter den in Deutschland lebenden Türken. Erdogan-Anhänger planen eine Großkundgebung in Köln. Zudem sorgen …
30 000 Menschen zur Pro-Erdogan-Demo in Köln erwartet

CSU unterstellt Merkel indirekt "Blauäugigkeit"

"Wir schaffen das" - an diesem Credo der Kanzlerin zur Bewältigung der Flüchtlingskrise reibt sich die CSU seit Monaten. Und Merkel hält daran fest. Streit ohne Ende?
CSU unterstellt Merkel indirekt "Blauäugigkeit"

Kommentare