+
Bundestagsabgeordnete werfen im Bundestag bei der Abstimmung über die Anträge zur Sterbehilfe ihre Stimmzettel in eine Urne.

Umstrittene Entscheidung

Bundestag stimmt für Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe

Berlin - Geschäftsmäßige Sterbehilfe soll in Deutschland künftig strafbar sein. Der Bundestag billigte am Freitag mehrheitlich in zweiter Lesung einen entsprechenden  Gesetzentwurf.

Der Bundestag billigte am Freitag mehrheitlich in dritter Lesung den entsprechenden Gesetzentwurf, der eine Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe vorsieht. Damit sollen vor allem die umstrittenen Aktivitäten von Sterbehilfevereinen unterbunden werden. Für die Vorlage stimmten in dritter und abschließender Lesung 360 von 602 Abgeordnete, dagegen waren 233. Neun Abgeordnete enthielten sich.

Der Entwurf der Abgeordneten Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD) zum Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe hatte sich bereits in der zweiten Lesung überraschend klar durchgesetzt und die Stimmen von 309 Abgeordneten bekommen.

Für die Vorlage von Bundestagsvizepräsident Peter Hintze (CDU) und der stellvertretenden SPD-Fraktionschefin Carola Reimann, der eine Erlaubnis der ärztlichen Sterbehilfe vorsah, votierten in der zweiten Abtimmung 128 Abgeordnete. Für den Vorschlag der Grünen-Politikerin Renate Künast, der explizit auf das Verbot der kommerziellen Sterbehilfe abzielte, stimmten 52 Parlamentarier. Dem Entwurf des CDU-Abgeordneten Patrick Sensburg, der die Sterbehilfe generell unter Strafe stellen wollten, stimmten 37 Parlamentarier.

Derzeit ist Beihilfe zum Suizid in Deutschland nicht strafbar, den Ärzten aber durch regional unterschiedliches Standesrecht vielerorts untersagt.

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit-News: Rechtspopulist Nigel Farage im EU-Parlament

London - Nach dem Brexit herrscht weiterhin Ratlosigkeit und Aufregung. Welche Folgen hat der Ausstieg Großbritanniens? Wie reagieren Deutschland und die EU? Und kann …
Brexit-News: Rechtspopulist Nigel Farage im EU-Parlament

Petition zu neuem Brexit-Referendum wohl manipuliert

London - Eine an das britische Parlament gerichtete Petition für ein zweites Brexit-Referendum findet gewaltigen Zuspruch - doch es gibt Zweifel, ob die bislang mehr als …
Petition zu neuem Brexit-Referendum wohl manipuliert

Türkei stimmt von der Leyens Truppenbesuch zu

Istanbul - Die türkische Regierung stimmt dem Besuch der Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei den Bundeswehrsoldaten auf der türkischen Basis Incirlik …
Türkei stimmt von der Leyens Truppenbesuch zu

Schottland will in der EU bleiben: Kann das klappen?

Edinburgh/London - Großbritanniens politische Landkarte ist gespalten. England und Wales wollen raus aus der EU, Schottland nicht.
Schottland will in der EU bleiben: Kann das klappen?

Kommentare