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Nach massiven Protesten will Burkina Fasos Präsident Blaise Campaore nun auf eine weitere Amtszeit verzichten.

Nach massiven Protesten

Burkina Fasos Präsident Compaoré tritt zurück

Ouagadougou - Nach Massenprotesten ist der langjährige Präsident von Burkina Faso zurückgetreten. Zuvor hatte er - ebenfalls nach Protesten - auf eine weitere Amtszeit verzichtet.  

Der durch Massenproteste unter Druck geratene Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaoré, hat seinen Rücktritt erklärt. In einer offiziellen Mitteilung sprach sich der 63-Jährige am Freitag dafür aus, binnen 90 Tagen "freie und transparente" Wahlen abzuhalten.

Seit Tagen hatte es in dem westafrikanischen Land Proteste gegen eine geplante Verlängerung der Amtszeit des seit 27 Jahren regierenden Staatschefs gegeben. Am Freitag waren erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen und hatten den sofortigen Rücktritt des Langzeitpräsidenten gefordert.

Der 63-Jährige hatte am Donnerstag nach tagelangen Protesten gegen seine Regierung angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten und von einer geplanten Verfassungänderung abzusehen. Jedoch will er bis zu den Wahlen im November 2015 einer Übergangsregierung vorstehen.

Massive Proteste gab es vor allem in der Hauptstadt Ouagadougou. Dabei blieb es Augenzeugen zufolge zunächst friedlich. Nach Angaben der Opposition waren bei Unruhen am Donnerstag mindestens 30 Menschen getötet und 100 weitere verletzt worden.

In einer vom Radiosender Omega verbreiteten Rede sagte Compaore, er wolle von einer geplanten Verfassungsänderung absehen. Diese hätte es ihm erlaubt, eine weitere Amtszeit anzustreben. Er wolle jedoch einer Übergangsregierung vorstehen, die bis zu den für November 2015 geplanten Wahlen im Amt bleiben soll.

Weg frei für Neuwahlen

In seiner Rede an die Nation hob Compaore ferner den am Donnerstag ausgerufenen Ausnahmezustand wieder auf. Er bestätigte zugleich die Auflösung des Parlaments. Diese Schritte sollten den Weg in eine Übergangsphase erleichtern, an deren Ende er die Macht an einen demokratisch gewählten Präsidenten übergeben wolle, hieß es.

In Washington begrüßte das Außenamt Compaores Verzicht auf die Verfassungsänderung und die Aussichten auf einen demokratischen Übergang bis 2015. Das State Department rief in einer Mitteilung alle Parteien in Burkina Faso auf, auf Gewalt zu verzichten.

Tausende protestieren, Zusammenstöße mit der Polizei

In der Hauptstadt Ouagadougou waren zuvor erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen eine Wiederwahl Compaores zu protestieren. Dabei kam es zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei.

Der 63-jährige Compaore regiert das westafrikanische Land seit einem Putsch vor fast drei Jahrzehnten. Im Jahr 2000 hatte er die Verfassung schon einmal ändern lassen, um an der Macht zu bleiben. Burkina Faso mit etwa 17 Millionen Einwohnern ist eines der ärmsten Länder der Welt.

dpa

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