Der Kampf gehen den IS werde fortgesetzt, bis die Miliz "vollständig von der türkischen Grenze abrückt", so der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Foto: Koca Sulejmanovic/Archiv
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Der Kampf gehen den IS werde fortgesetzt, bis die Miliz "vollständig von der türkischen Grenze abrückt", so der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Foto: Koca Sulejmanovic/Archiv
Flüchtlinge warten an der türkisch-syrischen Grenze auf Einlass in die Türkei. Foto: Mirjam Schmitt/Archiv
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Flüchtlinge warten an der türkisch-syrischen Grenze auf Einlass in die Türkei. Foto: Mirjam Schmitt/Archiv
Der Selbstmordanschlag von Istanbul hat sich nach Einschätzung der Bundesregierung nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet. Foto: Sedat Suna
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Der Selbstmordanschlag von Istanbul hat sich nach Einschätzung der Bundesregierung nicht gezielt gegen Deutsche gerichtet. Foto: Sedat Suna
Innenminister de Maizière hält beim Besuch des Anschlagsorts inne. Foto: Peter Kneffel
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Innenminister de Maizière hält beim Besuch des Anschlagsorts inne. Foto: Peter Kneffel
Polizisten sichern das Areal rund um die Blaue Moschee ab. Foto: Sedat Suna
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Polizisten sichern das Areal rund um die Blaue Moschee ab. Foto: Sedat Suna

Türkei meldet Vergeltungsschlag gegen IS

Die Türkei meldet massive Angriffe gegen den IS in Syrien und dem Irak. Regierungschef Davutoglu spricht von einer Reaktion auf den "niederträchtigen Anschlag" von Istanbul und sagt, 200 IS-Kämpfer seien getötet worden. Allerdings werden Zweifel laut.

Istanbul (dpa) - Als Vergeltung für den Selbstmordanschlag auf die deutsche Reisegruppe in Istanbul hat die Türkei nach Regierungsangaben einen Großangriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) begonnen.

Bei dem Panzer- und Artilleriebeschuss auf die Dschihadisten in den Nachbarländern Irak und Syrien seien rund 200 IS-Kämpfer getötet worden, sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Angriffe seien als Reaktion auf den "niederträchtigen Anschlag" in den vergangenen 48 Stunden erfolgt. Die Armee habe fast 500 Geschosse abgefeuert. Der Kampf werde fortgesetzt, bis die Miliz "vollständig von der türkischen Grenze abrückt". Weder in Syrien noch im Irak wurde aber ein so massiver Angriff mit so vielen Toten bestätigt.

Am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter in Istanbul zehn Deutsche mit in den Tod gerissen. Die türkische Regierung macht den IS für die Tat verantwortlich, der sich allerdings nicht dazu bekannt hat.

Die als zuverlässig geltende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, türkische Artillerie habe nahe der Grenze den syrischen Ort Ghasal und andere Dörfer beschossen. Damit habe sie islamistische Rebellen und turkmenische Gruppen im Kampf gegen den IS unterstützt, sagte der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdelrahman, der Deutschen Presse-Agentur. Hohe Verluste aufseiten der Extremisten habe es nicht gegeben.

Die dem IS nahestehende Nachrichtenagentur Al-Amak meldete, die türkische Armee habe Ghasal mit zehn Granaten beschossen, nachdem der Ort vom IS eingenommen worden sei. Aus dem Nordirak lagen keine Informationen über türkische Angriffe vor. Der Sprecher des kurdischen Peschmerga-Ministeriums, Halgurd Hikmat, sagte, es habe im Nordirak keine türkischen Angriffe geben.

Nach dem Anschlag auf die deutsche Reisegruppe im Altstadtviertel Sultanahmet nahm die türkische Polizei nach Regierungsangaben zwei weitere Verdächtige fest. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte nach einem Besuch in Istanbul, die Identität des Attentäters stehe noch nicht endgültig fest. "Man hat diesen Mann insoweit identifiziert, dass es ein Personaldokument gibt, aber ob dieses Personaldokument zu diesem Mann gehört, ist alles noch Gegenstand der Aufklärung", sagte de Maizière am Mittwochabend den ARD-"Tagesthemen". Davutoglu hatte dagegen gesagt, der Attentäter habe dem IS angehört und sei unter anderem durch Fingerabdrücke identifiziert worden.

Die Regierung hatte nach dem Anschlag angekündigt, die Sicherheitsvorkehrungen in Istanbul zu verschärfen. Im Bezirk Sultanahmet waren deutlich mehr Polizisten im Einsatz als gewöhnlich, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Am Ort des Attentats wurde der Opfer gedacht. In Deutschland gab es in mehreren Regionen Trauerbeflaggung.

Die regierungsnahe türkische Zeitung "Yeni Safak" berichtete am Donnerstag, Fadlis Familie sei "geschockt und beschämt" über den Anschlag. Der Vater Abdullatif Fadli sagte dem Blatt nach dessen Angaben, die Familie habe den Sohn schon zuvor für tot gehalten. IS-Kämpfer hätten gesagt, er sei bei Gefechten in Nordsyrien gestorben. Nabil Fadli sei vorher nie in der Türkei gewesen. "Wir verstehen nicht, wie er dorthin ging oder wer ihn davon überzeugt hat, sich auf diese Art umzubringen."

Bericht in "Yeni Safak" (Englisch)

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