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Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu bei seinem Besuch in Berlin.

Türkischer Ministerpräsident besorgt

Davutoglu vergleicht Pegida mit Terrormiliz IS

Berlin - Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Geisteshaltung der islamfeindlichen Pegida-Bewegung mit jener der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verglichen.

Beide bestritten die Berechtigung religiöser Minderheiten, in ihrer Gesellschaft zu leben, sagte Davutoglu der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Als Terrorgruppen in Mossul Kirchen zerstörten, behaupteten sie, Mossul sei eine islamische Stadt und nur für Muslime; das ist aber nicht wahr. Durch die ganze Geschichte lebten dort Christen", sagte Davutoglu.

"Das ist dieselbe Logik wie von Pegida, dass Deutschland nur den Christen gehöre", sagte der türkische Regierungschef, der am Montag zu seinem Antrittsbesuch in Berlin war. "Das ist doch eine mittelalterliche Mentalität." Die Türkei sei "sehr besorgt über Pegida", die auch am Montagabend in Dresden und anderen Städten auf die Straße ging, da die Bewegung "eine exklusive christliche deutsche Gesellschaft" wolle, sagte Davutoglu. "Das ist nicht nur eine Bedrohung für Türken und Muslime, sondern auch eine Bedrohung für Deutschland selbst".

Wie nach der Wirtschaftskrise von 1929 werde wieder bei allen Missständen die Schuld beim "Anderen" gesucht, kritisierte der islamisch-konservative Politiker. "Das ist genau die Mentalität von Daesch", sagte Davutoglu unter Verwendung der arabischen Abkürzung für den IS. "Ein vormoderner Name mag Daesch sein, ein moderner Name ist Pegida." Die Pegida-Bewegung demonstriert seit Wochen jeweils Montagabend in Dresden gegen die angebliche "Islamisierung des Abendlandes" und hat inzwischen Ableger in verschiedenen anderen Städten gebildet.

afp

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