Der Anschlag ereignete sich in der belebten Einkaufsstraße Istiklal. Foto: Stringer
1 von 7
Der Anschlag ereignete sich in der belebten Einkaufsstraße Istiklal. Foto: Stringer
Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul hatte vergangene Woche gewarnt, dass das kurdische Newroz-Fest an diesem Montag Anlass zu "gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen" sein könnte. Foto: Foto: Sedat Suna
2 von 7
Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul hatte vergangene Woche gewarnt, dass das kurdische Newroz-Fest an diesem Montag Anlass zu "gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen" sein könnte. Foto: Foto: Sedat Suna
Rettungskräfte und Spurensicherung der Polizei am Anschlagsort im Zentrum von Istanbul. Foto: Stringer
3 von 7
Rettungskräfte und Spurensicherung der Polizei am Anschlagsort im Zentrum von Istanbul. Foto: Stringer
Das Auswärtige Amt riet deutschen Touristen in Istanbul, zunächst in ihren Hotels zu bleiben. Foto: Deniz Toprak
4 von 7
Das Auswärtige Amt riet deutschen Touristen in Istanbul, zunächst in ihren Hotels zu bleiben. Foto: Deniz Toprak
Hubschrauber kreisen über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zur Detonationsstelle. Foto: Deniz Toprak
5 von 7
Hubschrauber kreisen über dem Unglücksort, Rettungswagen rasten zur Detonationsstelle. Foto: Deniz Toprak
Der Anschlagsort wurde unmittelbar nach der Tat weiträumig abgesperrt. Foto: Tolga Bozoglu
6 von 7
Der Anschlagsort wurde unmittelbar nach der Tat weiträumig abgesperrt. Foto: Tolga Bozoglu
Versorgung von Verwundeten: Nur leicht verletzt wurden diese beiden Passanten durch die Wucht der Detonation. Foto: Stringer
7 von 7
Versorgung von Verwundeten: Nur leicht verletzt wurden diese beiden Passanten durch die Wucht der Detonation. Foto: Stringer

Drei Israelis unter den Toten des Anschlags von Istanbul

Drei Israelis sterben bei dem Anschlag von Istanbul. Ob es ein gezielter Anschlag auf Touristen war, ist noch unklar. Unterdessen gibt es erste Hinweise auf den Täter.

Jerusalem/Istanbul (dpa) - Unter den vier Todesopfern des Selbstmordanschlags in Istanbul sind auch drei Israelis. Zwei von ihnen hätten zudem eine US-Staatsbürgerschaft, bestätigte das israelische Außenministerium in Jerusalem.

Dabei handelt es sich nach Medienberichten um einen 40-Jährigen sowie einen 70-Jährigen. Das dritte Opfer sei eine 60-Jährige.

Die Mutter von vier Kindern und mehrfache Großmutter war mit ihrem Mann in der türkischen Metropole im Urlaub. Ihr Ehemann sei unter den Verletzten, berichteten israelische Medien. Nach türkischen Medienberichten handelt es sich bei dem vierten Todesopfer um eine Frau aus dem Iran. Eine Bestätigung lag zunächst nicht vor.

Ein Selbstmordattentäter hatte am Samstag in der belebten Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal vier Menschen mit in den Tod gerissen, 36 Menschen wurden verletzt. Darunter sind nach neuesten Angaben 24 Ausländer.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete, erste Hinweise deuteten auf das Umfeld der Terrormiliz Islamischer Staat hin. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu erklärte Online, es werde mit großer Sorgfalt in mehrere Richtungen ermittelt. Die Tat werde bald aufgeklärt, versicherte er.

In der Türkei kam es in den vergangenen Monaten zu einer Serie von Anschlägen. Nach Regierungsangaben ist der IS für ein Attentat auf eine deutsche Reisegruppe im Januar verantwortlich. Damals riss ein Selbstmordattentäter in der Altstadt Istanbuls zwölf Deutsche mit in den Tod. Zu einem Anschlag am vergangenen Sonntag mit 37 Toten bekannte sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK (TAK). In ihrem Bekennerschreiben hatte die Gruppe mitgeteilt, der Anschlag habe eigentlich Sicherheitskräften gegolten.

Eine PKK-Dachorganisation erklärte am Samstag nach dem Anschlag in Istanbul, dass sie Angriffe auf Zivilisten verurteile. "Die kurdische Freiheitsbewegung lehnt Angriffe, die Zivilisten zum Ziel haben ab", hieß es nach Angaben der PKK nahen Nachrichtenagentur Firat.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es sei noch unklar, ob der Anschlag auf israelische Touristen abzielte. Zehn Israelis waren auch unter den Verletzten.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu übermittelte Netanjahu einen Brief, in dem er den israelischen Familien nach dem "abscheulichen Anschlag" sein Beileid aussprach. Das Attentat zeige einmal mehr, "dass die internationale Gemeinschaft geeinigt und entschlossen gegen die schändlichen Ziele von Terrororganisationen vorgehen muss", schrieb Davutoglu nach Angaben des Netanjahu-Büros. 

Eine Maschine der israelischen Armee mit Rettungskräften ist unterwegs in die Türkei. Mehrere israelische Verletzte seien bereits in ihre Heimat gebracht worden, berichtete die "Times of Israel".

Am Samstagabend legten Händler am Anschlagsort rote Nelken nieder, die in der Türkei ein Ausdruck für Trauer sind. Sie platzierten außerdem Schilder mit der Aufschrift: "Wir haben keine Angst. Wir sind hier. Wir werden uns nicht (daran) gewöhnen."

Die Botschaftsschule in Istanbul, die die Klassen eins bis vier umfasst, bleibt am Montag geschlossen. Außerdem wird den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder bis zu den am kommenden Freitag beginnenden Osterferien in die Schule oder den Kindergarten schicken wollen, wie aus einem Schreiben der Schulleitung hervorgeht.

Das deutsche Generalkonsulat in Istanbul hatte vergangene Woche gewarnt, dass das kurdische Newroz-Fest an diesem Montag Anlass zu "gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen" sein könnte. Am Donnerstag und Freitag waren das Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden.

Bericht der Times of Israel

Erklärung Davutoglu

Auch interessant

Meistgesehene Fotostrecken

Philippinischer Präsident Duterte droht UN-Austritt an

Rodrigo Duterte gilt als harter Knochen. Schon bevor er Präsident der Philippinen wurde, stand er im Ruf, Todesschwadronen gegen Kriminelle zu fördern. Auf Kritik …
Philippinischer Präsident Duterte droht UN-Austritt an

Nach Einsatz gegen Piraterie: Fregatte „Bayern“ zurückgekehrt

Wilhelmshaven - Die Fregatte „Bayern“ ist in ihren Heimathafen Wilhelmshaven zurückgekehrt. Nach knapp sechs Monaten freute sich die Besatzung, ihre Familien zu sehen.
Nach Einsatz gegen Piraterie: Fregatte „Bayern“ zurückgekehrt

Berlin drängt Moskau zu rascher Waffenpause in Aleppo

Das Bild des verstörten syrischen Jungen Omran erschüttert viele Menschen. Die von Russland angekündigte Waffenruhe ist ein Hoffnungsschimmer für die Zivilbevölkerung in …
Berlin drängt Moskau zu rascher Waffenpause in Aleppo

Mehr als 600 Abschiebungen kurzfristig gestoppt

Berlin/Brüssel - Seit Anfang 2015 sind nach einem Medienbericht mehr als 600 Abschiebungen per Flugzeug aus Deutschland im letzten Moment gestoppt worden. 
Mehr als 600 Abschiebungen kurzfristig gestoppt

Kommentare