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Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen.

Der Jüngste ist erst 13

Deutsche Teenies schließen sich Dschihad an

Berlin - Etwa 24 Minderjährige haben sich von Deutschland aus dem Kampf dschihadistischer Gruppen in Syrien und im Irak angeschlossen. Der jüngste Ausgereiste ist 13 Jahre alt. 

Das sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). Fünf Minderjährige seien inzwischen mit Kampferfahrung nach Deutschland zurückgekehrt, sagte der oberste Verfassungsschützer weiter. Keiner der ausgereisten Minderjährigen sei Polizei und Verfassungsschutz zuvor bekannt gewesen, sagte Maaßen. "Wir erfuhren von manchen erst durch nachrichtendienstlichen Erkenntnisse von Partnerdiensten oder weil Eltern ihre Kinder als vermisst meldeten." Die jungen Leute seien verblendet und wüssten nicht, was auf sie zukomme.

Auch junge Frauen seien unter den Ausgereisten. "Vier minderjährige Frauen reisten mit der romantischen Vorstellung einer Dschihad-Ehe aus und haben junge Männer geheiratet, die sie als Kämpfer übers Internet kennengelernt hatten", sagte Maaßen weiter.

Insgesamt geht der Verfassungsschutz davon aus, dass mehr als 400 Menschen aus Deutschland ausgereist sind, um sich in Syrien und im Irak dschihadistischen Gruppen anzuschließen.

Bund und Länder arbeiten derweil weiter mit Hochdruck an einem Maßnahmenkatalog gegen aus Deutschland stammende Angehörige der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Dabei würden auch Gesetzesverschärfungen erwogen, sagte CDU-Vizechef Thomas Strobl der "Welt am Sonntag". Untersucht werde etwa, ob und wie Mitgliedern der Terrormiliz, die über einen deutschen Pass verfügen, die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt werden könne.

"Gegen den IS müssen wir mit aller Härte vorgehen und an die Grenze dessen gehen, was rechtlich möglich ist", sagte Strobl der Zeitung. Von den Rückkehrern gehe "eine große Gefahr aus, manche sind völlig enthemmt und radikalisiert".

Von einem Entzug des deutschen Passes und dem automatischen Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft für IS-Kämpfer erhofft sich der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), eine "enorme präventive Wirkung". Wer sich dieser Gruppe anschließe, dokumentiere damit "seine Abkehr von allen bundesrepublikanischen Werten und unserer Verfassung", sagte Bosbach der "Welt am Sonntag". "Solchen Leuten muss klar sein, dass es für sie kein Zurück geben kann."

Seit mehreren Monaten prüft auch eine Arbeitsgruppe der Innenministerkonferenz (IMK) unter Vorsitz von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD), wie radikale Islamisten an der Reise nach Syrien und in den Irak gehindert werden können.

afp

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