Nach Terror in Paris

Alsdorf: Alle Verdächtigen werden freigelassen

Alsdorf - Als sie aus dem Jobcenter kommen, schlägt die Polizei zu. Nun sitzen auch in Deutschland sieben Terrorverdächtige ein, womöglich mit Verbindungen zu den Pariser Anschlägen.

+++ Update 2: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bestätigte, dass unter den sieben Festgenommenen nicht der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Salah Abdeslam se. Der 26-Jährige ist ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris.

Es habe Hinweise gegeben, dass es möglicherweise „ein dicker Fisch“ hätte sein können, sagte de Maizière. Dies habe sich aber nicht bestätigt: „Leider ist es wohl nicht der, auf den wir alle gehofft hatten, dass er es sein könnte.“ Die Polizei hatte am Dienstag in Alsdorf bei Aachen sieben Personen festgenommen. Der Minister betonte: „Die Gefährdungslage ist wirklich hoch.“ Es bestehe nach wie vor Sorge, dass einer der Täter in Nachbarländer Frankreichs fliehe.

+++ Update 1: Die sieben bei Aachen unter Terrorverdacht Festgenommenen werden freigelassen. „Wir können feststellen, dass wir keine Erkenntnis haben, dass die Personen mit dem Anschlag in Verbindung stehen“, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend.

Die Spur des verheerenden Terrors von Paris führt nun auch nach Deutschland. Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom vergangenen Freitag nahm die Polizei am Dienstag in Alsdorf bei Aachen sieben Verdächtige fest. Es handelt sich um drei Männer und zwei Frauen, alle mit ausländischen Pässen. Zu den zwei weiteren Personen gibt es keine genaueren Angaben. Nach ersten Erkenntnissen sei der gesuchte Salah Abdeslam aber nicht darunter. Der 26-Jährige, ein Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris, wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Der Zugriff erfolgte nach einem Hinweis auf verdächtige Personen. Am Vormittag nahm ein Spezialeinsatzkommando der Polizei zunächst zwei Frauen und einen Mann fest, nachdem diese das Alsdorfer Jobcenter verlassen hatten. Am Nachmittag wurden dann zwei weitere Männer festgenommen. Eine Augenzeugin berichtete, dass Spezialkräfte der Polizei mit Sturmmasken und Maschinenpistolen eine Straße im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg vorübergehend abgesperrt hätten. Angeblich befindet sich dort die Wohnung der drei zuerst aufgegriffenen Personen. Alle sieben Verdächtigen würden verhört, sagte ein Polizeisprecher.

Alsdorf ist eine Stadt mit knapp 50 000 Einwohnern im Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande. Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl den 26-Jährigen Salah Abdeslam, einen Bruder eines der Selbstmordattentäter von Paris.

Abdeslam war vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich. Der 26-Jährige sei am 9. September aus Deutschland kommend mit zwei Begleitern nach Oberösterreich eingereist, sagte am Dienstag ein Sprecher des österreichischen Innenministeriums.

Abdeslam soll den VW Polo gemietet haben, mit dem die Attentäter am Freitag zur Pariser Konzerthalle „Bataclan“ gefahren waren. Allein dort töteten sie fast 90 Menschen. Sein Bruder Brahim Abdeslam sprengte sich in einem Pariser Café in die Luft. Salah Abdeslam hat seinen Wohnsitz in Brüssel. Bei den Terroranschlägen kamen mindestens 129 Menschen ums Leben.

Alle aktuellen Informationen zur aktuellen Entwicklung in Paris in unserem News-Ticker.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

20 Verletzte nach Explosionen in Istanbul

Istanbul (dpa) - Bei zwei Explosionen in der Nähe des Fußballstadions Besiktas in Istanbul sind rund 20 Menschen verletzt worden. Ziel sei die Sondereinsatzpolizei …
20 Verletzte nach Explosionen in Istanbul

Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Schnell will Staatspräsident Sergio Mattarella eine Lösung der Regierungskrise vorlegen - wann genau ist unklar. Der neuen Führung des hoch verschuldeten Landes könnte …
Italiens Präsident will Regierungskrise rasch lösen

Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Istanbul - In der Innenstadt von Istanbul hat es zwei Explosionen gegeben. Mindestens 20 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt.
Zwei Explosionen erschüttern Istanbul

Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

Wien - Die EU-Kommission hat die Fortsetzung der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfohlen. Doch anders als Deutschland will Österreich ein Veto einlegen.
Österreich will EU-Beitrittsgespräche mit Türkei blockieren

Kommentare