+
Bereits vor wenigen Tage hatte die Boko-Haram-Miliz mehrere Anschläge in der Region verübt. 

Zwei Selbstmordattentate

Dutzende Tote bei Anschlag auf Flüchtlingscamp in Nigeria

Borno - Bei einem Anschlag in einem Flüchtlingscamp in Nigeria sind Dutzende Menschen getötet worden.

Der Doppelanschlag wurde am Dienstag im Lager Dikwa verübt, in dem Menschen vor der Islamistengruppe Boko Haram Zuflucht suchen, wie Rettungskräfte im nordöstlichen Bundesstaat Borno am Mittwoch mitteilten. Demnach sprengten sich zwei Frauen in die Luft und rissen mindestens 58 Menschen mit in den Tod. Fast 80 Menschen wurden verletzt.

Der Chef der Rettungskräfte in Borno, Satomi Ahmed, sagte der Nachrichtenagentur AFP, ersten Erkenntnissen zufolge seien am Morgen drei als Flüchtlinge verkleidete Attentäterinnen in dem Lager angekommen. Zwei hätten ihre Sprengsätze gezündet, die dritte habe aber einen Rückzieher gemacht, als sie erfahren habe, dass sich auch ihre Eltern und Geschwister in dem Camp aufhielten. Die Frau habe die Soldaten in dem Lager zudem vor weiteren Anschlägen in der Region gewarnt.

Das Camp Dikwa befindet sich etwa 90 Kilometer westlich von Maiduguri, der Hauptstadt von Borno. Der Doppelanschlag war möglicherweise eine Racheaktion für Armeeangriffe in der vergangenen Woche auf drei Dörfer in der Nähe der Stadt Kalabalge in Borno, die als Hochburgen von Boko Haram gelten. Dabei waren dutzende militante Kämpfer getötet worden.

Derzeit hält sich Bundespräsident Joachim Gauck in Nigeria auf. Am Mittwochnachmittag besuchte er ein Flüchtlingslager in Abuja.

Boko Haram kämpft seit 2009 mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Mehr als 17.000 Menschen wurden getötet und 2,6 Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Der Konflikt weitete sich inzwischen auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus. Im März 2015 leistete Boko Haram der im Irak und in Syrien kämpfenden Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) den Treueschwur.

Im Norden Kameruns rissen am Mittwoch zwei Selbstmordattentäterinnen sechs Menschen mit in den Tod. Mehr als 30 weitere seien bei dem Doppelanschlag in dem Ort Nguetchewe nahe der Grenze zu Nigeria verletzt worden, erklärten die Sicherheitskräfte. Die beiden Frauen sprengten sich demnach während einer Trauerfeier in die Luft. Unter den Opfern waren den Angaben zufolge mehrere Kinder.

In dem Grenzgebiet verübt Boko Haram immer wieder Anschläge. Es ist das fünfte Attentat in der Region seit Beginn des Jahres. Seitdem die Islamisten die Angriffe auf das Nachbarland ausweiteten, wurden nach Angaben der kamerunischen Regierung im äußersten Norden des Landes 1200 Menschen getötet.

AFP

Meistgelesene Artikel

Frankreichs Parlament beschließt Anti-Terror-Gesetz

Paris - In Frankreich bekommen Ermittler künftig mehr Kompetenzen, um gegen Terroristen vorzugehen. Das hat das Parlament als Reaktion auf die Pariser Anschläge …
Frankreichs Parlament beschließt Anti-Terror-Gesetz

Sprit-Blockaden treffen jede dritte Tankstelle in Frankreich

Frankreichs Regierung stellt sich protestierenden Gewerkschaftern entgegen. Blockaden an Spritdepots werden aufgelöst, um die Versorgung sicherzustellen. Doch die Zahl …
Sprit-Blockaden treffen jede dritte Tankstelle in Frankreich

Schulz: Camp von Idomeni ein "Schandfleck"

Athen/Idomeni - EU-Parlamentspräsident Martin Schulz äußert harsche Kritik an den EU-Staaten, die sich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen wehren. Alle weiteren Infos …
Schulz: Camp von Idomeni ein "Schandfleck"

Ferrero klagt an: Pegida hat uns für ihre Zwecke missbraucht

München - Die Facebook-Seite von Pegida BW-Bodensee ist zumindest für Nicht-Mitglieder nicht mehr einzusehen. Ferrero bedauert die Kommentare des fremdenfeindlichen …
Ferrero klagt an: Pegida hat uns für ihre Zwecke missbraucht

Kommentare