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Nach einem Anschlag auf eine Moschee wartet ein verletzter Junge auf seine Behandlung im Krankenhaus.

Mehr als 140 Tote

IS bekennt sich zu Anschlag auf Moscheen im Jemen

Sanaa - Das Chaos im Jemen wird immer größer. Schiitische Huthi-Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit dem Präsidenten. Jetzt werden sie in der Hauptstadt Sanaa zum Ziel von blutigen Anschlägen.

Die blutigen Terroranschläge auf Moscheen im Jemen haben international Entsetzen ausgelöst. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte nach einer am Freitag von den Vereinten Nationen verbreiteten Mitteilung alle Beteiligten des Konflikts dazu auf, die feindlichen Handlungen sofort einzustellen und Zurückhaltung zu wahren. Bei einem der blutigsten Terrorakte in der Geschichte des Landes haben Selbstmordattentäter mindestens 137 Menschen mit in den Tod gerissen.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, die Tat sei „ein weiterer zynischer Versuch, Hass und Gewalt zwischen den Bevölkerungsgruppen anzuheizen“. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest, verurteilte die Attentate und erklärte, die Anschläge verdeutlichten, dass der Terrorismus alle Menschen im Jemen bedrohe. Die USA hätten jedoch keine Erkenntnis darüber, ob die Attentäter Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hätten. Die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Anschlägen.

Al-Kaida wies jede Verbindung zu den Terroranschlägen zurück. Der jemenitische Ableger der Terrororganisation beteuerte in einer im Internet verbreiteten Erklärung, er halte sich an die Anweisung von Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri, keine Moscheen anzugreifen, um das Leben unschuldiger Muslime zu bewahren.

Jeweils zwei Männer sprengten sich während des traditionellen Freitagsgebets kurz nacheinander in zwei schiitischen Moscheen der Hauptstadt Sanaa in die Luft. Jemenitische Medien berichteten von mindestens 345 Verletzten.

Die Anschläge galten den schiitischen Huthi-Rebellen, deren Anhänger die beiden Moscheen vor allem nutzten. Unter den Toten ist auch einer der wichtigsten schiitischen Geistlichen des Landes, wie die Huthis mitteilten. Die Rebellen liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit Staatschef Abed Rabbo Mansur Hadi.

Die Huthis brachten in den vergangenen Monaten den Norden des Landes und die Hauptstadt unter ihre Kontrolle. Vor einigen Wochen setzten sie Hadi und die Regierung ab, auch das Parlament lösten sie auf. Der Präsident floh im Februar ins südjemenitische Aden.

Zunächst ließ sich nicht überprüfen, ob das IS-Bekennerschreiben echt ist. Die Terrormiliz hatte sich in dieser Woche bereits zu dem Attentat auf das Nationalmuseum in Tunis bekannt. Sollte der IS hinter den Anschlägen stehen, wäre es das erste Mal, dass er im Jemen mit einer solchen Tat in Erscheinung tritt.

Bislang galt das arme Land im Süden der Arabischen Halbinsel als Hochburg eines mächtigen Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida. Der IS und Al-Kaida vertreten zwar eine ähnliche Ideologie - sie sind aber miteinander verfeindet und kämpfen um die Vorherrschaft im globalen Heiligen Krieg.

Auch der Machtkampf zwischen den Huthis und Präsident Hadi ging am Freitag weiter. In Aden bombardierten erneut Kampfflugzeuge den Amtssitz des Präsidenten. Die Lage in der Stadt sei so angespannt wie noch nie, hieß es aus Sicherheitskreisen.

dpa

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