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Auch im heimischen Suhl trifft der Pegida-Ableger Sügida auf deutliche Ablehnung.

Dutzende Verletzte bei Demos

Co-Chefin von Pegida-Ableger: Volksverhetzung?

Hannover/Frankfurt - Gegen eine Mitorganisatorin eines Thüringer Ablegers der Pegida wird ermittelt. Unterdessen gab es bei einer Demonstration gegen die islamkritische Bewegung in Hannover Verletzte.

In Thüringen wird gegen eine Mitorganisatorin des Pegida-Ablegers Sügida ermittelt. Es bestehe ein Anfangsverdacht der Volksverhetzung, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Meiningen am Dienstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Thüringer Allgemeine". Auslöser sind demnach ausländerfeindliche Facebook-Einträge, die unter dem Namen der Frau gestanden haben.

Die Thüringer Landtagsabgeordnete der Linken, Katharina König, hatte Anfang Januar Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft habe einen Anfangsverdacht bestätigt, sagte der Sprecher. Die Ermittlungen lägen nun wieder bei der Polizei. Am Ende müsse man sehen, ob es einen hinreichenden Tatverdacht gebe.

Die "Südthüringer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Sügida) demonstrieren seit dem 12. Januar montags in Suhl, zuletzt waren es rund 1000 Demonstranten.

Auch im Fall des Gründers der Dresdner Pegida-Bewegung, Lutz Bachmann, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der Volksverhetzung. Hintergrund waren Facebook-Einträge, in denen Bachmann Ausländer beschimpft haben soll. Deswegen und wegen Fotos, die ihn in Hitler-Pose zeigen, war Bachmann vergangene Woche von seinen Funktionen bei Pegida zurückgetreten.

Dutzende Verletzte bei Demonstrationen für und gegen Pegida

Wie die Polizei mitteilte, kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Pegida-Gegnern und der Polizei. Beide Seiten hätten Pfefferspray versprüht. Dabei erlitten 24 Beamte und fünf Demonstranten Verletzungen. 42 Menschen wurden festgenommen, unter anderem, weil sie Böller gezündet hatten. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus den Reihen des lokalen Pegida-Ablegers Hagida.

In Frankfurt/Main wurden bei Rangeleien zwischen Anhängern und Gegnern des Pegida-Bündnisses laut Polizei am Montagabend 27 Beamte leicht verletzt. Acht Demonstranten wurden vorläufig festgenommen. Während die Gegenkundgebung auf dem Römerberg mit rund 12 000 Teilnehmern störungsfrei verlief, hatten in der Nähe rund 4500 Demonstranten die etwa 70 Pegida-Anhänger eingekreist. Der Polizei gelang es, beide Lager zu trennen.

In Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg wurden nach einer Anti-Pegida-Demonstration drei Tatverdächtige festgenommen, nachdem Antifa-Anhänger einen Polizisten leicht verletzt hatten.

Unterdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft in Meiningen gegen eine Initiatorin des Thüringer Pegida-Ablegers Sügida. Es bestehe der Anfangsverdacht der Volksverhetzung, sagte der stellvertretende Sprecher der Anklagebehörde, Markus Knapp, auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der "Thüringer Allgemeinen". Anlass seien mehrere ausländerfeindliche Facebook-Einträge, die von einer Anmelderin der Kundgebungen in Suhl stammen sollen.

Nach Ansicht des Thüringer Verfassungsschutzes wird der Pegida-Ableger von Rechtsextremen organisiert und gesteuert. Zum dritten Sügida-Aufzug kamen am Montagabend nach Polizeiangaben bis zu 900 Menschen. Dagegen protestierten bis zu 600 Demonstranten. Sügida steht für "Südthüringer gegen die Islamisierung des Abendlandes".

Grönemeyer wirbt für Weltoffenheit

In anderen Städten sahen sich Pegida-Anhänger am Montagabend mit größeren Gegenkundgebungen konfrontiert. In Bremen demonstrierten 7000 Menschen für eine bunte und tolerante Stadt, in Karlsruhe waren es 1000. Die größte Veranstaltung fand in Dresden statt. Bei einem Gratiskonzert in der Pegida-Hochburg setzten sich ein Dutzend Künstler, darunter Herbert Grönemeyer, für Toleranz und Weltoffenheit ein.

Der Veranstalter sprach von mehr als 25.000 Konzertgästen. Die Polizei zählte 22.000 Menschen und sprach von einem "absolut friedlichen Verlauf". Die Pegida-Organisatoren hatte zum Konzertbesuch ermuntert und ihre Montagsdemo um einen Tag vorverlegt.

AFP/dpa

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