IS-Kämpfer
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Auf einem Video droht ein IS-Kämpfer, einen Briten umzubringen.

"Lasst meinen Mann frei!"

Ehefrau von IS-Geisel: Dramatischer Appell

London - Die Ehefrau eines von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) verschleppten Briten hat eindringlich an die Geiselnehmer appelliert, ihren Mann zu verschonen und freizulassen.

Alan Henning sei "ein friedfertiger, selbstloser Mann", der seine Arbeit als Taxifahrer aufgegeben habe, um den Menschen in Syrien zu helfen, erklärte Barbara Henning in einer am Samstag vom britischen Außenministerium veröffentlichten Stellungnahme. Er sei "mit muslimischen Kollegen und Freunden in einem Konvoi bis nach Syrien gefahren, um Hilfsbedürftige zu unterstützen, die dringend darauf angewiesen sind".

Der 47-jährige Vater zweier jugendlicher Kinder war im Dezember entführt worden, als er mit seinem inoffiziellen Hilfskonvoi auf dem Weg zu einem Flüchtlingslager in Syrien war. Er hatte sich einer Wohltätigkeitsinitiative namens Aid4Syria angeschlossen, weil er Bekannten zufolge vom Leid der Zivilbevölkerung im Bürgerkrieg tief berührt war. Seine Familie in Eccles nahe Manchester ließ er deshalb an Weihnachten und Silvester 2012 allein zurück.

"Er handelte aus reinem Mitgefühl", betonte seine Frau in ihrem Appell. "Ich kann nicht erkennen, wie es den Interessen irgendeines Staats dienen könnte, der Welt den Tod eines Manns wie Alan vor Augen zu führen."

Die Terrormiliz hatte im Video von der Ermordung der britischen Geisel David Haines mit der Tötung des 47 Jahre alten Ehemannes der Frau gedroht. Der Taxifahrer war im Dezember 2013 gekidnappt worden. Die Dschihadisten haben auch zwei US-Journalisten enthauptet. Für die Freilassung des 47-Jährigen hatten sich unlängst auch zwei Imame in Großbritannien eingesetzt.

Leider habe der IS auf frühere "wirklich wichtige Botschaften" von ihr nicht reagiert. Sie bete deshalb dafür, dass die Geiselnehmer Kontakt zu ihr aufnähmen, "bevor es zu spät ist".

Obama schmiedet weiter an Anti-IS-Allianz

Vor der UN-Generalversammlung werden die USA in der kommenden Woche weiter für ein globales Bündnis im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) werben. „Das hier ist nicht Amerika gegen den Islamischen Staat“, sagte US-Präsident Barack Obama am Samstag in einer Rundfunkansprache in Washington. „Das ist die Welt gegen den Islamischen Staat.“ Mehr als 40 Länder unterstützten mittlerweile die Koalition gegen den IS.

Die IS-Extremisten beherrschen im Irak und in Syrien jeweils rund ein Drittel der Fläche des Landes. Dort haben sie ein „islamisches Kalifat“ ausgerufen.

Im Irak hatten die USA ihre Luftangriffe gegen IS-Stellungen weiter ausgeweitet. Am Samstag flogen sie nach Augenzeugenberichten erstmals Angriffe unmittelbar im Stadtzentrum von Mossul. Die 400 Kilometer nördlich von Bagdad gelegene Stadt ist eine Hochburg der Terrormiliz. Eine Bestätigung vom US-Zentralkommando für diesen Angriff lag zunächst nicht vor. Extremisten hatten Mossul Mitte Juni in einem Blitzangriff eingenommen und von dort aus weitere Teile des Iraks erobert. Bislang hatten die USA vor allem das Umland von Mossul bombardiert. Am Freitag waren dabei nach Berichten von Augenzeugen mindestens 22 IS-Kämpfer ums Leben gekommen.

In New York war am Freitag der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. In einer gemeinsam verabschiedeten Erklärung verurteilte das Gremium die Tötungen, Vergewaltigungen, Entführungen und Folter der Terrormiliz auf das Schärfste. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es in dem Papier. Einige der Verbrechen „könnten Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen“.

AFP/dpa

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