Modiin, Israel, Beisetzung, Jugendliche
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Zusammen mit den Angehörigen trauerten in Modiin Zehntausende Israelis bei der Beisetzung der drei ermordeten Jugendlichen.

Trauer in Israel

Jugendliche unter großer Anteilnahme beigesetzt

Modiin - Unter großer Anteilnahme sind in Israel am Dienstag die drei im Westjordanland ermordeten Jugendlichen beigesetzt worden. Zehntausende strömten zu der Trauerfeier in Modiin, unter ihnen Ministerpräsident Netanjahu und Präsident Peres.

Die israelische Regierung drohte der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas harte Vergeltung an. Neuer Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen wurde mit zahlreichen Luftangriffen beantwortet.

Das Verschwinden der zwei 16-Jährigen und eines 19-Jährigen, die am 12. Juni entführt worden waren, als sie per Autostopp zwischen Bethlehem und Hebron unterwegs waren, hatte die israelische Öffentlichkeit über Wochen in Atem gehalten. Am Montag wurden dann ihre Leichen auf einem Feld beim Dorf Halhul nordwestlich von Hebron entdeckt. Bereits am Montagabend kamen viele Menschen in Israel zu spontanen Trauerfeiern zusammen.

Zu der Beerdigung der drei Talmudschüler am Dienstag strömten dann zehntausende Menschen auf einen Friedhof der Stadt Modiin in Zentrum des Landes. "Dies ist zu einem spontanen Tag der nationalen Trauer geworden", sagte Regierungschef Netanjahu, als er neben den drei mit Nationalflaggen bestückten Särgen zu der Menge sprach. "Ruhe in Frieden, mein Sohn", sagte die Mutter eines der ermordeten Jugendlichen mit brüchiger Stimme.

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon kündigte an, die Morde würden nicht ungesühnt bleiben: "Die Hamas-Bewegung ist dafür verantwortlich, und wir wissen, wie wir Rechnungen mit ihr zu begleichen haben", sagte Jaalon im Militärradio. "Wir werden die Jagd auf die Mörder der Jungen fortsetzen und nicht ruhen, bis wir sie ergriffen haben." Die Hamas, die jede Verwicklung in die Tat bestreitet, drohte ihrerseits, eine israelische Offensive werde für Israel "das Tor der Hölle öffnen".

Das Armeeradio berichtete, das israelische Sicherheitskabinett sei tief gespalten in der Frage, wie breit die israelischen Reaktionen ausfallen sollten. Diskutiert wird insbesondere ein möglicher Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen, der Hochburg der Hamas. Bei der wochenlangen Suchaktion nach den Jugendlichen hatten die israelischen Sicherheitskräfte 420 Palästinenser festgenommen, die meisten von ihnen Mitglieder der Hamas.

In der Nacht zum Dienstag flogen Kampfjets 34 Angriffe auf den Gazastreifen. Wie das palästinensische Innenministerium mitteilte, zielten die Bombardements auf Übungsplätze von Hamas, Islamischem Dschihad und anderen bewaffneten Gruppen in Chan Junis und Rafah. Vier Menschen seien verletzt worden. Die israelische Armee erklärte, die neuerlichen Luftangriffe seien die Antwort auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen und stünden nicht in Zusammenhang mit der Ermordung der drei Jugendlichen.

Die Wohnhäuser der beiden von Israel der Tat beschuldigten Hamas-Mitglieder in Hebron wurden noch am späten Montagabend gesprengt, wie Augenzeugen berichteten. Bei einer Razzia im Flüchtlingslager Dschenin im Norden des Westjordanlandes erschoss die israelische Armee in der Nacht einen jungen Palästinenser, der einen Brandsatz geworfen hatte. Etwa 200 Menschen kamen am Dienstag in Jerusalem zu einer anti-arabischen Protestkundgebung zusammen. Die Polizei löste die Demonstration auf und nahm 28 Teilnehmer fest.

AFP

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