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In der griechischen Hafenstadt Piräus sind wieder tausende Flüchtlinge angekommen.

Wird Griechenland zu Riesenlager für Migranten?

Erneut Tausende Flüchtlinge in Piräus angekommen

Athen - Wird Griechenland zu einem Riesenlager für Migranten? Tausende setzen täglich aus der Türkei auf die Ägäis-Inseln über. Die Grenze zum nördlichen Nachbarn Mazedonien ist für Migranten zum Teil gesperrt.

In der griechischen Hafenstadt Piräus sind in den vergangenen drei Tagen mit der Fähre 9000 Flüchtlinge angekommen. Und jeden Tag kommen Tausende hinzu.

Am Mittwochmorgen waren es 1700,  wie die Hafenverwaltung weiter mitteilte. Gleichzeitig warten mehrere tausend Migranten entlang der Fernstraßen des Landes, in Athen und Thessaloniki auf eine Gelegenheit, nach Nordgriechenland weiter zu kommen.

Auch an der Grenze zu Mazedonien harrten am Mittwoch mindestens 4000 Menschen aus. Die mazedonischen Grenzpolizisten erlauben nur kleineren Gruppen von Flüchtlingen die Einreise, wie Mitarbeiter humanitärer Organisationen berichteten.

Die griechische Presse schlug Alarm: "Griechenland unter Quarantäne gestellt", titelte die Athener Traditionszeitung der politischen Mitte, "Ta Nea". "Griechenland wird zu einem riesigen Registrierzentrum (Hotspot)", lautete der Tenor des konservativen Blattes "Eleftheros Typos".   

Die Regierung in Athen versucht, das drohende Chaos abzuwenden. Im Hau-Ruck-Verfahren wurde am Mittwochmorgen ein neues Aufnahmelager nahe Thessaloniki in Betrieb genommen.

Am zentralen Viktoria-Platz von Athen hatten Hunderte Migranten die Nacht im Freien verbracht. Als am Mittwochmorgen Regen einsetzte, öffneten viele Einwohner die Türen ihrer Hochhäuser und ließen die Flüchtlinge in den Treppenhäusern Schutz suchen. Viele Bürger verteilten Essen und warme Getränke unter den Migranten, wie der griechische Nachrichtensender Skai weiter berichtete.

Einige Migranten aus Afghanistan sagten Reportern vor Ort, sie überlegen sich inzwischen, über Albanien nach Mitteleuropa weiter zu reisen. Die Balkanroute durch Mazedonien ist für sie geschlossen, sie werden an der Grenze zurückgewiesen.

In Piräus verteilten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen am Mittwochmorgen Obst und warmen Tee an die Migranten. Auch entlang der Fernstraße zwischen Athen und Thessaloniki harren Migranten aus: Griechische Bauern blockieren aus Protest gegen neue Steuern und höhere Rentenbeiträge die wichtige Autostraße E-75 und lassen niemanden durch. Hunderte Migranten mussten die Nacht zum Mittwoch in Bussen verbringen. "Wir wollen los", skandierten verzweifelte Migranten, wie das griechische Fernsehen zeigte.

dpa

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