Zwei Explosionen am Flughafen erschütterten Brüssel.
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Zwei Explosionen am Flughafen erschütterten Brüssel.

Nach Explosionen in Brüssel

Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland verschärft - Flüge gestrichen

Berlin - Nach den Terroranschlägen in Brüssel mit mehreren Toten und Verletzten verschärft die Bundespolizei ihre Sicherheitsvorkehrungen.

Deutsche Flughäfen haben nach den Terroranschlägen Flüge von und nach Brüssel gestrichen. Das teilten am Dienstag unter anderem die Airports in Berlin, München oder auch Stuttgart mit. Zugleich wurden Maschinen auf dem Weg in die belgische Hauptstadt teilweise nach Deutschland umgeleitet. Zuvor waren bei Terroranschlägen am Brüsseler Flughafen Zaventem und in der U-Bahn mehrere Menschen getötet und verletzt worden.

Die Sicherheitsmaßnahmen an deutschen Airports wurden nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verkehrsflughäfen (ADV) verstärkt. „Die deutschen Flughäfen setzen alles daran, die Bundespolizei und Behörden bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben zu unterstützen“, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Keine Verbindungen nach Brüssel

Von den Flughäfen Berlin-Tegel und Schönefeld sollten nach Angaben eines Sprechers bis auf Weiteres keine Maschinen nach Brüssel mehr starten. Auch der Stuttgarter Flughafen strich Verbindungen in die belgische Hauptstadt. Lediglich ein früher Flug aus der baden-württembergischen Landeshauptstadt sei noch dort gelandet. Auch von München sollten zunächst keine Flüge mehr von und nach Brüssel gehen.

In unserem Live-Ticker vom Tag nach dem Terror in Brüssel halten wir Sie weiterhin auf dem Laufenden. Hier geht's zum News-Ticker vom Tag der Explosionen in Brüssel.

Mehrere Flüge auf dem Weg dorthin wurden indes nach Nordrhein-Westfalen umgeleitet. Eine Maschine aus der Schweiz und eine aus Polen seien statt in Brüssel in Düsseldorf gelandet, sagte ein Flughafensprecher. Für den Nachmittag erwartete man weitere Flüge aus Dubai und aus Griechenland, die eigentlich in der belgischen Hauptstadt landen sollten.

Bahnhöfe reagieren ebenfalls

Nach den mutmaßlichen Anschlägen in Brüssel stellt die Deutsche Bahn ihren Fernverkehr in die belgische Hauptstadt vorerst ein. Betroffen seien zunächst die für Dienstag geplanten drei ICE-Verbindungen von Köln über Aachen nach Brüssel und zurück, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Züge fahren demnach nur bis Aachen und kehren dort um. Betroffen sind insgesamt sechs Züge.

Wann die Züge wieder planmäßig fahren sollen, war zunächst unklar. Dazu sei "noch keine Prognose" möglich, sagte der Sprecher. Kunden mit Fahrkarten für Dienstag und Mittwoch können sich diese kostenlos erstatten lassen.

Auch der Verkehr mit den internationalen Thalys-Schnellzügen wurde in Belgien am späten Vormittag eingestellt. Züge, die bereits unterwegs waren, mussten umkehren. Bevorstehende Verbindungen wurden abgesagt. Der Thalys-Verkehr sei "vollständig unterbrochen", hieß es auf der Internetseite der Gesellschaft, die zur französischen SNCF und zur belgischen SNCB gehört.

Kontrollen an deutsch-belgischer Grenze intensiviert

Nach den Terroranschlägen in Brüssel mit mehreren Toten und Verletzten verschärft die Bundespolizei ihre Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben die Maßnahmen intensiviert“, sagte eine Sprecherin des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam am Dienstag. Konkret sei das im Bereich der deutsch-belgischen Grenze der Fall. Hinzu kommen demnach verstärkte Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen im Land.

Auch die Schutzausrüstung der Bundespolizisten sei erhöht worden. Am Morgen hatte die Bundespolizei in Frankfurt am Main bereits angekündigt, die Kontrollen am größten deutschen Flughafen zu verschärfen.

Deutsche sollen aktuellen Aufenthaltsort in Brüssel nicht verlassen

Nach den Terroranschlägen sind alle Deutschen in Brüssel aufgerufen worden, den öffentlichen Raum zu meiden. „Ich bitte Sie darum, in der gegenwärtigen Situation Ruhe zu bewahren und nach Möglichkeit Ihren aktuellen Aufenthaltsort (Büro, Zuhause) nicht zu verlassen“, schrieb der deutsche Botschafter Rüdiger Lüdeking in Belgien in einer per E-Mail verbreiteten Nachricht. Alle Deutschen, die sich in Brüssel aufhalten, sollten sich über die belgischen Behörden informiert halten.

Zu der Sperrung des Brüsseler Flughafens sowie von Bahnhöfen, U-Bahn-Stationen und Tunneln schrieb Lüdeking: „Bitte stellen Sie sich darauf ein, dass auch morgen aufgrund der Vorkommnisse erhebliche Einschränkungen gelten werden.“

dpa/AFP

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