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Bernd Fabritius ist neuer Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen.

Nachfolger von Erika Steinbach

Fabritius neuer Vorsitzender der Vertriebenen

Berlin - Der Bund der Vertriebenen (BdV) hat den CSU-Politiker Bernd Fabritius zum neuen Vorsitzenden gewählt.

Fabritius erhielt auf der Bundesversammlung des Verbands am Freitag in Berlin eine große Mehrheit von 144 der 146 gültigen Stimmen, wie der BdV mitteilte. Der 49-Jährige löst Erika Steinbach ab, die 16 Jahre lang an der Spitze des Verbands gestanden hatte. In Polen wurde ihr Ausscheiden begrüßt.

Mit Fabritius hat der BdV mit seinen nach eigenen Angaben 1,3 Millionen Mitgliedern zum ersten Mal einen in der Nachkriegszeit geborenen Präsidenten. Der in Rumänien zur Welt gekommene Fabritius war als Aussiedler mit 18 Jahren nach Deutschland gekommen. Im BdV gilt er als moderate Stimme. Bereits vor seiner Wahl hatte er angekündigt, einen freundschaftlichen Dialog mit Polen aufbauen zu wollen.

Die streitbare Vertriebenen-Präsidentin Steinbach war vor allem in Polen hoch umstritten. Dort wurde ihr Ausscheiden positiv aufgenommen. Der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe, Marek Krzakala, sagte der Nachrichtenagentur AFP in Warschau, nach dem Abschied Steinbachs sei es nun möglich, sich "in Ruhe und ohne Emotionen" jenen Fragen zuzuwenden, welche die Vertriebenen betreffen.

Krzakala übte noch einmal scharfe Kritik an Steinbach, die er als "Anhängerin der Konfrontation" bezeichnete. Er hielt der CDU-Politikerin vor, vergessen zu haben, dass der Zweite Weltkrieg nicht mit der Grenzverschiebung und Vertreibung, sondern mit dem deutschen Angriff 1939 begonnen hat. Dieses Vergessen habe "für viel böses Blut gesorgt", sagte Krzakala.

Die Entscheidung, die Grenze Polens nach Westen zu verschieben, sei von Sowjetführer Stalin getroffen worden sei und nicht von Polen, sagte der polnische Abgeordnete. Durch diese Grenzverschiebung verloren Millionen Deutsche ihre ursprüngliche Heimat. Direkt zu Fabritius äußerte sich Krzakala nicht.

AFP

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