+
Polizisten und Demonstranten in Schwedens Hauptstadt Stockholm. Foto: Marcus Ericsso

Festnahmen nach fremdenfeindlicher Demo in Stockholm

Stockholm (dpa) - Nach Zusammenstößen bei einer Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der schwedischen Regierung sind in Stockholm drei Personen festgenommen worden. Den Festgenommenen wird Körperverletzung vorgeworfen, sagte Polizeisprecher Kjell Lindgren der Deutschen Presse-Agentur.

Nur durch ein großes Polizeiaufgebot konnten die rund 100 Teilnehmer des fremdenfeindlichen Protests im Stadtzentrum von etwa 200 Gegendemonstranten getrennt werden.

Angriffe auf Flüchtlinge oder andere Migranten seien der Polizei nicht zur Kenntnis gelangt, so Polizeisprecher Lindgren.

Am späten Freitagabend hatte eine Gruppe von Männern nach Polizeiangaben Handzettel in der Innenstadt von Stockholm ausgeteilt, auf denen zum "Handeln" gegen illegal eingereiste Migranten und unbegleitete Kinder aufgerufen wurde. Einige lieferten sich demnach ein Handgemenge mit Polizisten. Ein Mann habe einen Zivilpolizisten mit der Faust ins Gesicht geschlagen, er sei nach seiner Festnahme am Samstag aber wieder freigelassen worden, sagte Lindgren. Acht weitere wurden kurzzeitig in Gewahrsam genommen, einer von ihnen trug einen Schlagring bei sich.

Schweden gehört zu den Hauptaufnahmeländern für Flüchtlinge in Europa. Vergangenes Jahr stellten 163 000 Menschen einen Asylantrag in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern - mehr als je zuvor. Innenminister Anders Ygeman kündigte vor kurzem an, dass Polizei und Migrationsbehörde sich auf die Ausweisung von bis zu 45 Prozent der angekommenen Asylbewerber vorbereiten sollten.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Ein verschwundener Reisepass hat die Ausreise einer türkischen Parlamentarierin aus Deutschland verzögert. Und schon droht die nächste Belastungsprobe für das …
Neuer Ärger zwischen Berlin und Ankara

Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Rom - Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi ist drei Tage nach der Niederlage bei dem Verfassungsreferendum zurückgetreten.
Italiens Regierungschef Renzi zurückgetreten

Kommentar zum CDU-Parteitag: Zerrüttet

Die CDU zeigt ihrer Kanzlerin, was eine Harke ist. Gegen den ausdrücklichen Wunsch der Parteispitze beschließen die Delegierten, dass der Doppelpass für Türken wieder …
Kommentar zum CDU-Parteitag: Zerrüttet

Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Rom - Europa sucht derzeit eine neue Vision und einen Weg in die Zukunft. Die Worte des Papstes passen da gerade richtig ins Bild. Franziskus hat aber nicht nur eine …
Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

Kommentare