Verfahrensdauern sollen deutlich verkürzt werden

Bundesamt setzt Vorrang-Asylprüfung für Nordafrikaner um

Nürnberg - Die Asylanträge von Algeriern, Marokkanern und Tunesiern sollen vom BAMF jetzt priorisiert bearbeitet werden. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesministeriums am Dienstag. 

Asylanträge von Algeriern, Marokkanern und Tunesiern sollen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) jetzt mit Vorrang bearbeitet werden. Nach einem entsprechenden Erlass des Bundesinnenministeriums liefen die Vorbereitungen für die sogenannte prioritäre Bearbeitung auf Hochtouren, sagte ein Sprecher am Dienstag. Voraussichtlich könne rasch damit begonnen werden. Ziel der Maßnahmen ist es, die Verfahrensdauern deutlich zu verkürzen.

Bislang dauern die Asylverfahren von Marokkanern und Tunesiern im Schnitt mehr als zehn Monate, bei algerischen Asylsuchenden knapp acht. Dies ist deutlich mehr als bei anderen Ländern: Die durchschnittliche Verfahrensdauer über alle Herkunftsstaaten liegt derzeit bei rund fünf Monaten. Die Zahl der Asylbewerber aus Marokko und Algerien war zuletzt kräftig gestiegen.

Menschen aus den drei Ländern haben schlechte Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Nur 3,7 Prozent der Anträge von Marokkanern werden bewilligt. Bei Menschen aus Algerien sind es 1,6 Prozent und bei Tunesiern sogar nur 0,2 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat sich daher dafür ausgesprochen, die Länder zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Damit hätten Asylbewerber von dort kein Recht auf Asyl in Deutschland.

Bislang werden bereits Asylanträge etwa von Syrern, Eritreern und Menschen vom Westbalkan vorrangig vom BAMF bearbeitet.

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dpa

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