Ortsschild von Clausnitz. In dem Erzgebirgsort hatte sich am Donnerstagabend ein fremdenfeindlicher Mob - zeitweise bis zu 100 Menschen - vor dem Flüchtlingsheim versammelt und versucht, die Ankunft der Asylbewerber mit einer Blockade zu verhindern. Foto: Hendrik Schmidt
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In Clausnitz hatte sich am Donnerstagabend ein fremdenfeindlicher Mob vor dem Flüchtlingsheim versammelt und versucht, die Ankunft der Asylbewerber mit einer Blockade zu verhindern.

Flüchtlingsunterkunft in Clausnitz bekommt neuen Leiter

Clausitz - Nach den ausländerfeindlichen Zwischenfällen in Clausnitz bekommt das Flüchtlingsheim in der mittelsächsischen Gemeinde einen neuen Leiter.

"Wir haben die Entscheidung zum Schutz seiner Person und durch die bundesweite Diskussion über ihn getroffen", erklärte Landrat Matthias Damm. Nach Medienberichten gehörte der Leiter der AfD an.

Der MDR hatte berichtet, dass die Proteste vom Bruder des Einrichtungsleiters mitorganisiert worden waren.

In einem auszugsweise vorab gezeigten Interview des Fernsehmagazins "Exakt" drückte der Mann sein Bedauern aus. "Wir wollten nur sehen, wer kommt. Es war eine kurzfristige Aktion", sagte er. "Es wurde hochgeputscht." Er und seine Mitstreiter aus dem Dorf hätten zeigen wollen, dass man nicht mit der Asylpolitik in Deutschland einverstanden sei. Dass die Situation eskaliert sei, habe man nicht gewollt - aber nicht verhindern können.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein grölender Mob von gut 100 Menschen einen Bus mit Flüchtlingen vor der Unterkunft blockiert. Daraufhin war der Ortsteil Clausnitz von Rechenberg-Bienenmühle (Osterzgebirge) bundesweit in die Schlagzeilen geraten.

Der Landrat verurteilt erneut die Art des Protestes: "Eine ablehnende Minderheit vermittelt ein Menschenbild, welches unserer Region überhaupt nicht entspricht." In der Vorwoche waren hier erstmalig Wohnungen mit insgesamt 20 Asylsuchenden belegt worden. Sie stammen aus dem dem Iran, Syrien, Afghanistan und dem Libanon.

dpa

Flüchtlinge in Clausnitz: "Wir wollen einfach nur weg"

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