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Sie wollen Bürgermeisterin von Paris werden: Nathalie Kosciusko-Morizet (links, für die konservative UMP) und Anne Hidalgo (für die Sozialisten).

Kommunalwahlen

Franzosen entscheiden über Rathaus-Chefs

Paris - Geprägt von der Schlappe für die regierenden Sozialisten in der ersten Runde hat am Sonntag in Frankreich die zweite Runde der Kommunalwahlen begonnen.

Die Wahllokale öffneten am Morgen um 08.00 Uhr. In 6455 Kommunen muss nach dem ersten Wahlgang eine Stichwahl zwischen zwei oder mehr Kandidaten stattfinden. Die rechtsextreme Front National (FN), die in der ersten Runde überraschend stark abgeschnitten hatte, ist in 328 Kommunen mit Kandidaten vertreten.

Die Sozialisten könnten in mehr als hundert Kommunen mit über 10.000 Einwohnern das Bürgermeisteramt an konservative Kandidaten verlieren. Selbst in Großstädten wie Straßburg ist nicht sicher, dass der sozialistische Bürgermeister sein Amt verteidigen kann. Die Hauptstadt Paris bleibt aber allen Prognosen zufolge sozialistisch regiert: Dort tritt Anne Hidalgo für die Sozialisten gegen Nathalie Kosciusko-Morizet von der konservativen UMP an. Hidalgo wäre im Falle eines Wahlsiegs die erste Frau an der Spitze der Stadt. Die rechtsextreme FN könnte in mehreren Städten das Rathaus übernehmen, darunter in Béziers im Süden sowie in Forbach in Lothringen.

Stimmungstest für Präsident Hollande

Die Kommunalwahl, die ein wichtiger und erster Stimmungstest für die regierenden Sozialisten seit dem Amtsantritt von Präsident François Hollande im Mai 2012 ist, war in der ersten Runde verheerend für die Linke ausgefallen. Angesichts von Rekord-Arbeitslosigkeit und Wachstumsschwäche hatten sich viele Anhänger von den Sozialisten abgewandt oder waren einfach zu Hause geblieben. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 63,55 Prozent einen historischen Tiefstand.

Da auch die zweite Runde für die Sozialisten kaum besser ausfallen dürfte, wird ab Montag mit Konsequenzen bei den Sozialisten gerechnet. Im Gespräch ist eine Regierungsumbildung, bei der womöglich sogar Premierminister Jean-Marc Ayrault abgelöst werden könnte.

AFP

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