Lässt eigentlich kein Mikrofon links liegen: AfD-Chefin Frauke Petry hatte im Interview mit dem englischen Journalisten einen schweren Stand.
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Lässt eigentlich kein Mikrofon links liegen: AfD-Chefin Frauke Petry hatte im Interview mit dem englischen Journalisten einen schweren Stand.

Von Journalist vorgeführt

AfD-Chefin Frauke Petry in der Mangel: Interview wird Internet-Hit

München - Frauke Petry gilt als Politikerin der klaren Worte. Bei einem Gespräch mit einem englischen Reporter will die AfD-Chefin jedoch jede Frage umschiffen - das geht schief!

Dieses Interview wird Frauke Petry sicher nicht so schnell vergessen. Die AfD-Vorsitzende, die mit ihrer rechtskonservativen Partei auf einer Erfolgswelle schwimmt, begrüßte den englischen Journalisten Tim Sebastian zum ausführlichen Gespräch im Rahmen der Sendung "Conflict Zone" der Deutschen Welle. Schon jetzt ist das knapp 30-minütige Frage-Antwort-Spiel ein Hit im Internet - denn der Mann nimmt die Politikerin so richtig in die Mangel.

Anders als viele andere Interviewer bohrt der renommierte Brite bei den oftmals ausweichenden Antworten der AfD-Chefin nach - solange, bis er eine echte Reaktion auf seine Frage bekommt. So geht es gleich zu Beginn um die Forderung Petrys, an den deutschen Grenzen zu Schusswaffen zu greifen. Nachdem die Politikerin abwehrend darauf hinweist, sie habe nie wortwörtlich Schüsse auf Flüchtlinge gefordert, hakt Sebastian nach: "Aber sie haben auch nicht gefordert, in die Luft zu schießen?"

Beim Thema Beschneidung müsste es Petry eigentlich die Schamesröte ins Gesicht treiben. Zur Erinnerung: Die AfD will diesen religiösen Brauch verbieten lassen. Stellt sich für Sebastian die Frage: "Warum interessiert sich eine politische Partei so sehr für das männliche Geschlechtsorgan?" Müssig zu erwähnen, dass die redegewandte Dame darauf keine wirkliche Antwort parat hat, sondern nur vage auf das Parteiprogramm verweist, das den Passus nicht enthalten werde.

Kurze Resignation vom Interviewer

Und so schreitet die Bloßstellung von Minute zu Minute voran. Zwischendurch scheint Sebastian fast ein wenig zu resignieren, wirft seiner inzwischen recht mokierten Gesprächspartnerin entwaffnend vor: "Ich versuche die ganze Zeit, zumindest eine direkte Antwort aus ihnen herauszubekommen. Aber es gelingt mir nicht."

Doch so leicht gibt sich der Journalist nicht geschlagen. Weiterhin hakt er bei jedem Thema nach - bis es Petry schließlich zu bunt wird. Als sie die vielen kritischen Fragen leid ist, schlägt sie mürrisch vor, doch endlich einmal die Europa-Politik der AfD aufzugreifen: "Wollen Sie denn gar nicht wissen, was wir da ändern wollen?" Diese Rechnung hat sie allerdings ohne Sebastian gemacht, der sich nicht so leicht vor den Partei-Karren spannen lässt und entgegnet: "Ich werde Ihnen die Fragen stellen, die ich möchte. Denn das ist es, was eine freie Presse ausmacht." Touché, Frau Petry.

Als die gebürtige Dresdnerin die knappe halbe Stunde schließlich überstanden hat, schwingt sie sich aus ihrem Stuhl und verlässt rasch den Raum. Ohne Sebastian zum Abschied die Hand zu geben. Ein wenig souveräner Abgang - ihrem vorigen Auftritt beim Interview jedoch höchst angemessen.

Marcus Giebel

Marcus Giebel

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