Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner, der das Amt vor einem Jahr übernommen hatte, will nach vorne schauen. Foto: Lukas Schulze/Archiv
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Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner, der das Amt vor einem Jahr übernommen hatte, will nach vorne schauen. Foto: Lukas Schulze/Archiv

"Freiheitskonvent" der FDP: Hoffen auf Trendwende

Berlin (dpa) - Die FDP will als klar erkennbare Alternative zur großen Koalition das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen. Union und SPD - aber auch Grüne, Linke und AfD - machten mit Ängsten der Bürger Politik und brächten das Land nicht voran.

"Wir sollten die Partei sein, die den Menschen die Ängste vor der Zukunft nimmt", sagte FDP-Chef Christian Lindner am Sonntag bei einem liberalen "Freiheitskonvent" in Berlin. Dort diskutierten rund 200 Mitglieder mit Parteiführung und Experten über gesellschaftliche Fragen.

Lindner warf Bund und Ländern vor, die Bildungspolitik zu vernachlässigen: "Deutschland sollte den Ehrgeiz haben, wieder das beste Bildungssystem der Welt zu haben." Geld für das schwarz-rote Rentenpaket - bis 2030 erwartete Ausgaben: 230 Milliarden Euro - würde besser in Kindergärten, Schulen und Forschung investiert.

Der 35-jährige Lindner hofft, dass die nicht mehr im Bundestag vertretene FDP nach einer Serie verheerender Wahlniederlagen im Frühjahr in Hamburg und Bremen die Trendwende schafft. "Unsere Wähler sind gegenwärtig im Wartestand. Ich bin sicher, viele davon werden, vielleicht schon bald, wiederkommen", meinte Lindner, der vor einem Jahr den Parteivorsitz übernommen hatte.

Laut Umfragen würden derzeit nur 2 bis 3 Prozent der Deutschen den Liberalen ihre Stimme geben. Nach Pleiten in Sachsen, Brandenburg und Thüringen, wo die Partei jeweils klar an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte, ist die FDP nur noch in 6 von 16 Landtagen vertreten.

FDP-Comeback-Strategie

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