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Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) lehnt die doppelte Staatsbürgerschaft weiterhin ab.

 "Deutsche Identität würde sich verändern"

Friedrich bleibt bei Nein zu Doppel-Pass

München - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) bleibt trotz Gesprächsangeboten der Parteispitze bei seiner strikten Ablehnung der doppelten Staatsbürgerschaft.

"Wenn wir Millionen von Menschen die doppelte Staatsbürgerschaft geben, die sie weitervererben, werden wir eine dauerhafte türkische Minderheit in Deutschland haben", sagte er dem Münchner Merkur (Mittwochsausgabe) vor dem Start der Koalitionsverhandlungen dazu in Berlin. "Das bedeutet eine langfristige Veränderung der Identität der deutschen Gesellschaft. Ich bin dagegen."

Friedrich äußerte sich auch skeptisch über den Vorschlag einer "ruhenden Staatsbürgerschaft". Man prüfe solche Möglichkeiten intensiv, sagte er. Jedoch müsse man dann "mit jedem Land, deren Bürger mal bei uns, mal in ihrem Herkunftsland leben, Staatsverträge schließen. Wir wären also von deren Bedingungen abhängig." Auch brauche man "eine Verfassungsänderung, denn Deutsche, deren Staatsbürgerschaft bei uns ruht, würden ja in ihren Grundrechten eingeschränkt".

Als einzige Kompromisslinie deutete Friedrich an, die Fristen bei der Optionslösung zu verlängern. "Man könnte über eine Fristverlängerung für eine solche Entscheidung reden: Mit 30 statt mit 23 Jahren, vielleicht auch mit der Möglichkeit, sich später zu korrigieren. Aber irgendwann muss man sich entscheiden. Es ist keine Zumutung, sich zu Deutschland als neuer Heimat zu bekennen. Das bedeutet ja nicht, dass man seine Wurzeln vergessen muss."

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