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Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (l) und Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber beim Politischen Aschermittwoch in Passau.

Aschermittwoch - Die besten Sprüche  

Seehofer und Stoiber attackieren SPD hart

Passau - Die CSU hat den Politischen Aschermittwoch zum Generalangriff auf die SPD in Bayern und im Bund genutzt. Horst Seehofer und der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber attackierten Peer Steinbrück und Christian Ude scharf.

Steinbrück habe in seiner aktiven Zeit vor allem Schulden hinterlassen. „Steinbrück ist kein Finanzfachmann. Er ist der Schuldenkönig von Deutschland“, rief Seehofer seinen Anhängern zu.

Und im Gegensatz zu Steinbrück spreche er garantiert honorarfrei, lästerte der CSU-Chef. „Sein Lebensmotto ist offensichtlich: Jedem das Seine und mir das Meiste“, sagte Seehofer mit Blick auf die umstrittenen Redehonorare für Steinbrück.

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Die CSU präsentierte sich in Passau sehr selbstbewusst, verzichtete aber weiter darauf, die absolute Mehrheit in Bayern zum offiziellen Wahlziel auszurufen. Seehofer betonte allerdings: „Niemand kann uns aufhalten, wenn wir uns etwas zutrauen.“ Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagte: „So was macht man nie offiziell - aber es ist natürlich das Ziel.“ Den ungelösten Koalitionsstreit mit der FDP über die Studiengebühren erwähnte Seehofer mit keinem Wort.

Bereits zuvor hatte sich Stoiber Steinbrück vorgeknöpft. „Dass Peer Steinbrück mit seiner Bilanz als Regierungschef von Nordrhein-Westfalen zu uns kommt und uns sagen will, wie es geht, das hätte ich mir nicht vorstellen können“, sagte Stoiber mit Blick auf Steinbrücks Auftritt im nahen Vilshofen.

„Die CSU braucht keine Aschermittwochsimporte.“ Er schätze Steinbrück persönlich, müsse aber feststellen: „Als Finanzminister und Ministerpräsident hat Steinbrück in fünf Jahren mehr Schulden aufgehäuft als Bayern in seiner ganzen Nachkriegsgeschichte“, rief Stoiber unter dem Jubel tausender Anhänger. „Und da traut sich der hierherzukommen und uns Ratschläge zu erteilen.“

Auch dem SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude sprach Stoiber jegliche Kompetenz für die Landes- und Bundespolitik ab. „Es reicht nicht, dass man das Amt unbedingt will, man muss es auch können“, sagte Stoiber. Wenn man ausschließlich als Kommunalpolitiker noch professionell Landes-, Bundes- und Europapolitik machen wolle, „dann ist das eine andere Liga“, zweifelte er Udes Voraussetzungen für das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten an. „Beim Thema Dynamik denkt man nicht unbedingt an den Münchner OB.“ Als Rathauschef habe Ude die Altersgrenze erreicht „und jetzt hat er Angst vor dem Ruhestand“.

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Die CSU bezeichnete Stoiber als die erfolgreichste Partei Europas und rief die Mitglieder auf, anzupacken und das Land zu gestalten. „Das Jammern, das Nörgeln überlassen wir den anderen.“ Jammern sei deren Spezialität, meinte Stoiber mit Blick auf die Oppositionsparteien. „Damit werden sie Bayern nie regieren.“ Er sei zwar inzwischen älter und milder. „Aber ich habe immer noch mehr politische Fantasie und Energie als dieser müde Haufen der bayerischen Opposition.“

Stoiber nennt Berlusconi „Bungabunga-Ministerpräsident“

Scharfe Attacken ritt der frühere bayerische Ministerpräsident in Passau auch gegen Silvio Berlusconi. Edmund Stoiber sieht keine Mitschuld Deutschlands an der Euro-Krise. „Wir helfen, aber wir sind nicht schuld an deren Misere“, sagte Stoiber mit Blick vor allem auf Italien.

Der CSU-Ehrenvorsitzende griff den italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi scharf an. „Was dieser Bungabunga-Ministerpräsident im Kulturland Italien angerichtet hat, ist unglaublich.“ Er könne nur hoffen, „dass ihm das italienische Volk bei den Wahlen die Rote Karte zeigt.“ Wahlkampf einzelner Länder sei inzwischen „europäische Innenpolitik“. „Wenn ein Berlusconi in Italien noch einmal das Sagen hat, zahlen wir alle mit. Deshalb mischen wir uns ein.“

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CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt verspottete zum Politischen Aschermittwoch den Koalitionspartner FDP in Bund und Land als Selbsthilfegruppe. „Die haben einen Stuhlkreis gebildet, es spricht Rainer Brüderle, der Sachverständige für bayerische Trachten“, sagte Dobrindt über die Veranstaltung der Liberalen in Dingolfing. Er spielte damit auf die umstrittenen Dirndl-Äußerungen Brüderles gegenüber einer Journalistin an, die in Deutschland eine Sexismusdebatte auslösten. Dobrindt sagte allerdings auch: „Lieber nachts um zwölf Rainer Brüderle an der Hotelbar als Claudia Roth zum Frühstück.“

dpa

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