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Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen haben sich nach Angaben der DRV in den vergangenen zehn Jahren zum Hauptgrund für das unfreiwillige vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben entwickelt.

Lehrer halten länger durch

2011 so viele Frührentner wie noch nie

Berlin - In Deutschland sind 2011 so viele Menschen wie noch nie zuvor in Frührente gegangen. Drei Berufsgruppen sind davon besonders betroffen. Und es sind nicht die Lehrer, denn die halten immer länger durch.

In Deutschland sind noch nie so viele Menschen vorzeitig in Rente gegangen wie im Jahr 2011 - trotz der damit verbundenen finanziellen Einbußen. 2011 bezogen knapp 700.000 Menschen erstmalig Altersrente. Knapp die Hälfte von ihnen, fast 337.000, bekam nicht ihr volles Ruhegeld ausgezahlt. Es war im Schnitt 107,40 Euro niedriger, als wenn die Betroffenen bis zur Regelaltersgrenze von damals 65 Jahren gearbeitet hätten. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, über die die „Süddeutsche Zeitung“ vom Donnerstag zuerst berichtete.

Der Anteil der Frührentner an allen Neurentnern kletterte binnen Jahresfrist von 47,5 auf 48,2 Prozent. 2005 waren es nur 41,2 Prozent gewesen. Besonders betroffen sind nach den der dpa vorliegen Erhebungen der Rentenversicherung Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie Kraftfahrer. Frührentner, die Abschläge in Kauf nehmen müssen, kommen aus allen Branchen. In 23 von 39 ausgewählten Berufsgruppen lag der Anteil der neuen Ruheständler mit weniger Geld den Angaben zufolge bei mehr als 60 Prozent.

Aus der Statistik geht hervor, dass die Frührentner im Durchschnitt 36,25 Monate früher als gesetzlich vorgesehen aus dem Berufsleben ausschieden. Dabei stieg der Anteil der Frauen: Von 36,1 Prozent auf 51,7 Prozent im Jahr 2011. Bei der Rentenversicherung hieß es dazu, es gebe über die Gründe der Frühverrentung keine gesicherten Erkenntnisse.

Viele Frührentner waren zuvor arbeitslos oder krank

Damit bleibt offen, wer gezwungenermaßen und wer freiwillig vorzeitig die Arbeit quittiert. Viele waren vorher krank oder arbeitslos. Andere stehen finanziell so gut da, dass sie sich den vorzeitigen Abschied aus dem Arbeitsleben leisten können. Die Statistik zeigt, dass die Frührentner im Schnitt besser als der Durchschnitt verdient haben. Viele haben auch ausreichende geerbt.

Aus Sicht von Gewerkschaften und Sozialverbänden verstärkt die 2012 eingeführte Rente mit 67 die Gefahr von Altersarmut, zumindest für jene, die nicht bis zur neuen Altersgrenze arbeiten können. Diese wird schrittweise bis auf 67 Jahre angehoben.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen dem Bericht zufolge auf 29,3 Prozent gestiegen. Allerdings hatten von den 64-Jährigen im Juni 2012 nur 14,2 Prozent einen Job, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote der über Sechzigjährigen liegt mit 8,3 Prozent über dem Durchschnitt.

Lehrer halten länger durch - Weniger Frühpensionierungen

Ganz anders sieht es hingegen bei den Lehreren aus. Von ihnen gehen immer weniger wegen Dienstunfähigkeit vorzeitig in den Ruhestand. Von den 20.900 verbeamteten Lehrern, die 2011 pensioniert wurden, waren es gerade mal 4000 - der niedrigste Wert seit Beginn der statistischen Erfassung 1993, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Zehn Jahre vorher war mehr als jede zweite Lehrkraft wegen Dienstunfähigkeit pensioniert worden. Möglicher Grund für den Rückgang: Die Einführung von Versorgungsabschlägen bei vorzeitiger Pensionierung im Jahr 2001. Seitdem sinkt die Zahl der Frühpensionierungen wegen Dienstunfähigkeit kontinuierlich.

91 Prozent gehen erst nach der Altersgrenze in Ruhestand

Inzwischen gehen 91 Prozent des Lehrpersonals nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Im Durchschnitt waren Lehrer im Jahr 2011 bei ihrem Ausscheiden 62,9 Jahre alt. Die Dienstunfähigen verließen die Schule mit durchschnittlich 58,2 Jahren.

Anfang 2012 erhielten insgesamt 308 900 ehemalige Lehrkräfte Ruhestandsbezüge, 14 100 mehr als im Jahr davor. Das entspricht einem Anstieg von 4,8 Prozent. Der Grund: In den 1970er Jahren wurden überdurchschnittlich viele Lehrer eingestellt, die nun ausscheiden. Das Statistische Bundesamt rechnet damit, dass die hohe Zahl an Pensionierungen die nächsten zehn Jahre anhält.

dpa

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