+
Der jahrzehntelange Konflikt der Regierung in Ankara mit der PKK ist seit dem Sommer wieder eskaliert.

Autobombe detoniert

Fünf Tote und 39 Verletzte bei Anschlag im Südosten der Türkei

Diyarbakir - Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeistation im Südosten der Türkei sind mindestens fünf Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden. Laut Medienberichten sind Anhänger der Arbeiterpartei Kurdistans PKK.

Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeistation in der südosttürkischen Provinz Diyarbakir sind mindestens fünf Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden. Das Amt des Provinzgouverneurs machte die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK für den Angriff im Distrikt Cinar in der Nacht zu Donnerstag verantwortlich. In einer Mitteilung des Amts hieß es, unter den Toten und Verletzten seien Angehörige von Polizisten aus einer benachbarten Unterkunft für Familien der Beamten. Zeitgleich mit der Explosion hätten die Angreifer das Feuer mit Schusswaffen eröffnet.

Die Nachrichtenagentur DHA meldete sechs Tote bei dem Angriff, darunter ein fünf Monate altes Baby und ein fünfjähriges Kind. Bei der Bombenexplosion seien die Polizeistation und die Unterkunft stark beschädigt worden. Außerdem sei ein benachbartes zweistöckiges Wohnhaus eingestürzt. Die Autobombe sei am Eingang der Unterkunft hinter der Polizeistation detoniert. PKK-Kämpfer hätten außerdem mit Gewehren und Raketen angegriffen. Zwischen Sicherheitskräften und den Angreifern sei es zu einem knapp 40-minütigen Gefecht gekommen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, nach den Angreifern werde gesucht. Die PKK-nahe Agentur Firat berichtete, zunächst sei es zu einer Autobombenexplosion gekommen, dann sei die Polizeistation mit Raketen angegriffen worden. Das fünfstöckige Gebäude sei zerstört worden. Firat machte keine Angaben zu den Angreifern.

Seit dem Zusammenbruch einer Waffenruhe im Sommer eskaliert der Konflikt zwischen der Regierung und der PKK. Mitte Dezember begann die Armee eine Offensive gegen die PKK. In mehreren Städten geht sie unter anderem mit Kampfpanzern gegen PKK-Anhänger vor, die sich in Wohngebieten verschanzt haben. Im zentralen Viertel Sur in der Kurdenmetropole Diyarbakir sowie in Vierteln der Städte Cizre und Silopi gelten seit Wochen Ausgangssperren.

Seit Mitte Dezember sind alleine in Sur, Cizre und Silopi nach Angaben der Armee mehr als 500 PKK-Kämpfer „neutralisiert“ worden. Nach Angaben der pro-kurdischen Oppositionspartei kamen in dem Zeitraum in diesen Gebieten rund 100 Zivilisten ums Leben.

Am Dienstag war es in Istanbul zu einem verheerenden Anschlag gekommen. Ein Selbstmordattentäter riss zehn deutsche Touristen mit in den Tod. Dir türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.

AFP/dpa

Meistgelesene Artikel

US-Wahl 2016: E-Mail-Affäre: Bringt FBI-Ermittlung Clinton zu Fall?

Washington - Donald Trump hat sich auf einer NRA-Veranstaltung für das uneingeschränkte Recht auf Waffenbesitz eingesetzt. Waffenfreie Zonen will er abschaffen. Alle …
US-Wahl 2016: E-Mail-Affäre: Bringt FBI-Ermittlung Clinton zu Fall?

Hat Trump schon genug Stimmen für sich gesammelt?

Washington - Seit Monaten sammelt Trump bei den US-Vorwahlen Delegierte, die ihn im Juli zum Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner wählen sollen. 1237 braucht …
Hat Trump schon genug Stimmen für sich gesammelt?

Neue Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

Rom - Auf der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien ist wieder ein Boot gesunken - für mindestens 20 Menschen kam jede Hilfe zu spät.
Neue Flüchtlingstragödie im Mittelmeer

Finanz- und Wirtschaftsministerium streiten über Stromsteuer

Die Solarwirtschaft warnt vor einem Kahlschlag, sollten die Stromsteuerpläne so kommen wie geplant. Im Hause Schäuble verweist man auf EU-Vorgaben und Ausnahmen für …
Finanz- und Wirtschaftsministerium streiten über Stromsteuer

Kommentare