Fukushima-Betreiber

Tepco leitet dekontaminiertes Wasser ins Meer

Tokio - Die Betreibergesellschaft des Atomkraftwerks im japanischen Fukushima hat am Montag damit begonnen, große Mengen dekontaminiertes Wasser ins Meer zu leiten. 

Wie das Unternehmen Tepco mitteilte, sollten am ersten Tag 850 Tonnen aufgefangenes Grundwasser abgelassen werden. Es handelt sich den Angaben zufolge um Wasser, das im Umfeld der havarierten Atomanlage aufgefangen und dann von hochradioaktiven Substanzen wie Strontium und Cäsium gereinigt wurde. Allerdings enthalte das ins Meer geleitete Wasser noch das strahlende Wasserstoff-Isotop Tritium. 

Tepco kämpft viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima mit einer gigantischen Masse von radioaktiv verseuchtem Wasser, das in tausenden von Tanks aus dem Gelände des Atomkraftwerks gelagert wird. Es handelt sich inzwischen um 680.000 Tonnen. Dazu gehört auch Grundwasser, das im Umfeld der Anlage abgepumpt wird. Ein Teil dieses Wassers wird vorsichtshalber abgepumpt, um eine Kontaminierung vorab zu verhindern. Dieses Wasser wurde schon seit dem vergangenen Jahr ins Meer geleitet. Neu hinzu kommt nun Grundwasser, das bereits so nah an die Anlage geriet, dass es teilweise verseucht wurde und deshalb behandelt werden musste. 

Zu den 680.000 Tonnen verseuchten Wassers gehören auch jene Wassermassen, die bei dem Unglück vom 11. März 2011 zur Kühlung der von einer Kernschmelze betroffenen Reaktoren eingesetzt wurde. Über das Ablassen von leicht verseuchtem Wasser aus der Atomanlage ins Meer gibt es Verhandlungen mit den Fischern, die noch nicht abgeschlossen sind. Tepco will für Entschädigungszahlungen sorgen, solange die Fischerei durch die Verseuchung beeinträchtigt ist. 

In Fukushima war infolge des schweren Erdbebens und anschließenden Tsunamis vom 11. März 2011 das Kühlsystem ausgefallen, woraufhin es in mehreren Reaktoren zur Kernschmelze kam. Drei der sechs Reaktoren wurden bei der Katastrophe zerstört und das umliegende Gebiet radioaktiv verseucht. Die Aufräumarbeiten sollen noch vier Jahrzehnte dauern. Zehntausende Menschen mussten damals die verstrahlte Gegend in und um Fukushima verlassen.

afp

Rubriklistenbild: © dpa

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