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Zum G7-Gipfel: Angreifbare Traditionspflege kehrt zurück

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G7 Gipfel 2015 Schloss Elmau Angreifbare Traditionspflege
Das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Gebirgsjäger markierte egentlich den Schlusspunkt der Demos vom Arbeitskreis. © Rudolf Tomaschek

Isartal- Der Arbeitskreis "Angreifbare Traditionspflege" kehrt zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau nach fünf Jahren ins Isartal zurück - mit drei Tage vollem Programm.

Das Programm ist straff: Der „Arbeitskreis Angreifbare Traditionspflege“ kehrt mit großen Plänen pünktlich zum G7-Gipfel 2015 zurück nach Mittenwald. Nach der Einweihung des Mahnmals für die Opfer der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg hat die Gruppe linksgerichteter Historiker auch fünf Jahre später immer keinen Frieden mit der Marktgemeinde geschlossen.

Mit der selbst ernannten „Neue Folge“ des Arbeitskreises, die der ersten Generation nachkam, betritt ein bekanntes Gesicht die Mittenwalder Bühne: Stephan Stracke, der bereits bei den Demonstrationen gegen die Gedenkfeier am Hohen Brendten in vorderster Reihe die Gräueltaten der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg anprangerte.

Nachdem alle Informationen zu den geplanten Aktivitäten rund um den G7-Gipfel 2015 bislang immer nur per Mail, entweder nur ominös mit „G.“ oder gar nicht unterzeichnet, verbreitet wurden und Nachfragen unbeantwortet blieben, äußerte sich Stracke am Donnerstag erstmals persönlich zur „Liberation-Tour durch Oberbayern“ vom 5. bis 7. Juni. Man habe erst vieles abwarten, abklären und das Programm immer wieder verändern müssen, erklärt er die Zurückhaltung. Unter anderem planen die Vertreter nach der Absage für das Protest-Camp in Garmisch-Partenkirchen nun kurzfristig, ein eigenes Zelt am Mittenwalder Dekan-Karl-Platz für drei Tage aufzubauen.

Der fehlende Ansprechpartner sorgt vor dem G7-Gipfel 2015 im Landratsamt für Turbulenzen. Denn auch die Behörde bekam bislang zu den Aktivisten „keinen Kontakt“, bestätigt Sprecher Stephan Scharf. Dabei würden sich die Verantwortlichen gern zu Kooperationsgesprächen für die Tour mit dem Arbeitskreis zusammensetzen, wie sie es mit dem Bündnis „Stop G7 Elmau“ mehrfach getan haben. Doch auch ohne Gespräch kann das Landratsamt die Aktionen nicht verbieten. „Sie haben das Allernötigste getan und die Veranstaltung angezeigt“, sagt Scharf. Zwar nicht „wirksam“, weil „Ross und Reiter nicht genannt werden“. Aber dennoch ist die Tour bei der Behörde bekannt.

G7-Gipfel 2015: Aktivisten wollen nicht auf Konfrontationskurs gehen

Und das reicht letztlich. Denn „das Demonstrationsrecht ist in Deutschland sehr hoch aufgehängt“ und genießt hohe Priorität. Es gilt „Beschränkung vor Verbot“, verdeutlicht Scharf. Um jedoch Auflagen für die „Liberation-Tour“ zu verhängen, bräuchte es einen Ansprechpartner. Ansonsten muss die Behörde die Anhänger des Arbeitskreises auch zum G7-Gipfel 2015 gewähren lassen. Doch auf Konfrontation wollen die Aktivisten nicht gehen. Gespräche „dürften kein Problem sein“, unterstreicht Stracke. Wenn auch nun sehr kurzfristig. Entweder der Anwalt des Arbeitskreises oder ein Sprecher „wird telefonisch erreichbar sein“. Eine Kontaktnummer nennt er jedoch nicht.

Vorab-Gespräche hin oder her: „Die Polizei weiß bescheid und wird vor Ort sein“, betont Scharf. Sie behält die Liberation-Tour intensiv im Auge. Und zwar vermutlich, sobald die Vertreter des Zirkels am Samstag, 6. Juni, im Landkreis auftauchen. Während sich die Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juni beim G7-Gipfel 2015 im Schloss Elmau über Weltpolitik unterhalten, wollen die Vertreter der Angreifbaren Traditionspflege unter dem Schlachtruf „Kein Frieden mit der Alpenfestung“ die Verbrechen der Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg einmal mehr ins Gedächtnis rufen.

Kundgebungen, Zeitzeugen-Veranstaltungen und Mahnwachen in Mittenwald und am Klaiser Bahnhofsplatz sind geplant. Zudem soll am Sonntag, 7. Juni, am ersten Tag des G7-Gipfel 2015, eine Gedenktafel zum Todesmarsch in Mittenwald im Beisein von Maurice Cling eingeweiht werden. Wann und wo bleibt „eine kleine Überraschung“, sagt Stracke. Platziert werden soll es aber nicht illegal, „wir werden es der Gemeinde schenken“. Verbunden mit der klaren Aufforderung, es „öffentlich aufzustellen“ und nicht so „versteckt und mit schlechtem Inhalt“ wie jenes, das bereits auf dem Friedhof an den Todesmarsch erinnern.

G7-Gipfel 2015: News-Blog und die wichtigsten Fakten

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum G7-Gipfel 2015 auf Schloss Elmau haben wir bereits zusammengefasst. In unserem News-Blog zum G7-Gipfel erfahren Sie die aktuellsten Nachrichten rund um das Großereignis auf Schloss Elmau.

Janine Tokarski

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