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Sigmar Gabriels SPD feiert 150-jähriges Bestehen. 

150-jähriges Bestehen

Gabriel: SPD muss wieder eine Stadtpartei werden

Nürnberg - 150 Jahre gibt es die Nürnberger SPD bereits. Eine Erfolgsgeschichte zum Nachahmen, findet der SPD-Vorsitzende Gabriel. Allerdings dürfe man sich auf Erfolgen in der Vergangenheit nicht ausruhen.

Die SPD muss sich nach Einschätzung ihres Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel wieder um ein stärkeres kommunales Profil bemühen, um erfolgreich zu sein. „Die SPD muss wieder Stadtpartei werden, die sie einmal war“, sagte Gabriel bei einem Festakt zum 150. Geburtstag der Nürnberger SPD am Montagabend. „In der Kommune erfahren die Bürger zum ersten Mal Demokratie und den Sozialstaat - oder eben nicht“, sagte er vor mehreren Hundert Zuhörern.

Beispielhaft nannte er die Stadt Nürnberg, die bis heute eine Hochburg der deutschen Sozialdemokratie sei. Darauf dürfe sich aber auch eine Stadt-SPD, die mit kurzer Unterbrechung seit Jahrzehnten den Oberbürgermeister stellt und die Geschicke der Stadt lenkt, nicht ausruhen. „Das Vertrauen der Bürger muss man sich immer wieder neu erarbeiten. 150 Jahre sind kein Selbstläufer“, betonte der SPD-Chef und Bundeswirtschaftsminister.

Die 1866 zunächst als Arbeiterbildungsverein gegründete Nürnberger SPD gehört bundesweit zu einer der ältesten und traditionsreichen sozialdemokratischen Stadtverbände. Ein Grund dafür ist die frühe Industrialisierung der Frankenmetropole, die sich dadurch rasch zu einem Zentrum der deutschen Arbeiterbewegung entwickelte.

In den 1870er Jahren galt der Verband in Nürnberg als der zweitgrößte nach Hamburg. Wählen durften die Arbeiter in dieser Zeit allerdings noch nicht. Erst im Jahr 1908 schaffte es die SPD im bayerischen Landtag, eine Reform des Kommunalwahlrechts durchsetzen. Für die SPD in Nürnberg bedeutete das den Durchbruch: Sie stellte nach der Wahl in jenem Jahr die Hälfte der 20 Gemeindebevollmächtigten.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg war die SPD in Nürnberg treibende politische Kraft und stellte von 1945 bis 1996 den Oberbürgermeister der Stadt - eine Tradition, die OB Ulrich Maly 2002 fortsetzte und damit den Ruf der Stadt Nürnberg als bayerische SPD-Hochburg erneuerte. Das beste Wahlergebnis erreichte die Partei bei der Kommunalwahl 1972 mit 55,1 Prozent der Stimmen. Die Nürnberger SPD hat heute rund 2800 Mitglieder - zu ihren besten Zeit waren es einmal mehr als 5000 gewesen.

dpa

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