Seit Oktober wurden allein in Berlin bisher 530 Fälle gemeldet. Das waren mehr als bundesweit im gesamten vergangenen Jahr. Foto: J. Carstensen/Archiv
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Seit Oktober wurden allein in Berlin bisher 530 Fälle gemeldet. Das waren mehr als bundesweit im gesamten vergangenen Jahr. Foto: J. Carstensen/Archiv

Gröhe kritisiert nach Masernausbruch Impfgegner

Berlin (dpa) - Nach dem schweren Masernausbruch in Berlin hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) Impfgegner angegriffen. "Die irrationale Angstmacherei mancher Impfgegner ist verantwortungslos", sagte Gröhe der "Welt am Sonntag".

Wer seinem Kind den Impfschutz verweigere, gefährde nicht nur das eigene Kind, sondern auch andere. Nach dem Ausbruch wurden in Berlin seit Oktober bisher 530 Fälle gemeldet. Das waren nach Angaben der Zeitung mehr als bundesweit im gesamten vergangenen Jahr.

"Ich rate dringend dazu, den eigenen Impfstatus überprüfen zu lassen und die empfohlenen Impfungen nachzuholen", sagte Gröhe. Sie seien sicher und würden von der Krankenkasse bezahlt.

Mit dem geplanten Präventionsgesetz wird künftig festgeschrieben, dass vor einer Kita-Aufnahme die Eltern eine ärztliche Impfberatung nachweisen müssen. Doch was, wenn das nicht hilft? Gesundheitspolitiker der schwarz-roten Koalition drohten schon mit der mittelfristigen Einführung einer Impfpflicht. Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung, Impfverweigerer seien egoistisch, weil sie sich darauf verließen, dass andere zur Impfung gingen und dann schon nichts passiere. SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach sagte, wenn die Impfbereitschaft nicht steige, "muss eine Impfpflicht für Kleinkinder der nächste Schritt sein".

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