Guttenberg trotz Bundeswehrskandalen beliebtester Politiker

Berlin - Die Bundeswehr-Affären haben das Image des Verteidigungsministers angekratzt. Guttenberg bleibt in Umfragen aber immer noch Deutschlands beliebtester Politiker.

Das Image von Karl-Theodor zu Guttenberg hat nach den jüngsten Vorfällen bei der Bundeswehr mächtig gelitten. Der CSU-Verteidigungsminister bleibt aber beliebtester Politiker in Deutschland, ergab das aktuelle ZDF-Politbarometer. Die SPD kritisiert das Krisenmanagement des Ministers. In Argentinien nahm ein “Gorch-Fock“-Ermittlerteam die Arbeit auf.

Die sieben Mitglieder sollen in der argentinischen Hafenstadt Ushuaia Vorwürfe untersuchen, wonach Offiziersanwärter von der Stammbesatzung des Segelschulschiffs drangsaliert worden sein sollen. Das Team traf in der Nacht zum Freitag dort ein. Nach dem Tod einer Kadettin im November hatte es Berichte über eine angebliche Meuterei gegeben.

Lesen Sie auch:

"Gorch-Fock"-Ermittler nehmen Arbeit auf

Feldpost-Affäre: Kein Verdacht gegen deutsche Soldaten

Grüne: Schwere Vorwürfe gegen zu Guttenberg

"Gorch Fock"-Kapitän wegen Wasserski-Ausflugs in der Kritik

Die SPD attackierte Verteidigungsminister Guttenberg wegen seines Krisenmanagements in mehreren Bundeswehr-Affären. “In Afghanistan und auch sonstwo, da braucht die Bundeswehr einen ruhigen Regisseur, aber nicht einen schillernden Darsteller“, sagte Parteichef Sigmar Gabriel im Bundestag. Guttenberg steht nicht nur wegen der “Gorch Fock“ am Pranger, er wird auch für seine Informationspolitik beim Unfalltod eines Soldaten in Afghanistan und die Affäre umd die geöffnete Feldpost kritisiert. Laut ZDF-Politbarometer bleibt er aber Deutschlands beliebtester Politiker. Knapp zwei Drittel der Bürger meinen, er mache seine Sache bei der Klärung der Vorfälle eher gut.

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister

Guttenberg: Der "Top Gun"-Minister a.D.

Gabriel sagte, man müsse nicht gleich aus allem einen Skandal machen. Er wundere sich aber, warum zwischen dem Tod einer Kadettin auf der “Gorch Fock“ und der Entsendung eines Ermittlungsteams mehr als zwei Monate vergehen müssten. Er warf Guttenberg auch vor, er habe Öffentlichkeit und Parlament über den Unfalltod eines Soldaten im Dezember in Afghanistan nicht korrekt informiert. Guttenberg hatte eine Informationspanne eingeräumt, aber Täuschung oder Irreführung zurückgewiesen.

Der Verteidigungsminister hofft darauf, dass die “Gorch Fock“ eine Zukunft hat. “Es wäre wunderbar, wenn die “Gorch Fock“ weitersegeln könnte.“ Er sei zuversichtlich, dass die Kommission ein Konzept erarbeite, das den Weiterbetrieb rechtfertige. Der CDU-Außenexperte Ruprecht Polenz hatte den weiteren Einsatz infrage gestellt.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nahm die Bundeswehr gegen Pauschalkritik in Schutz. “Es ist einfach nicht fair, wenn durch Vorfälle von Einzelnen dann das Ansehen insgesamt infrage gestellt wird.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hunderte Briten beantragen zyprische Staatsangehörigkeit

London - Die Briten haben für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die Folgen des Brexit diskutierten die Staatschef bei einem EU-Gipfel in Brüssel. Wir berichten im …
Hunderte Briten beantragen zyprische Staatsangehörigkeit

Belgien überstellt weiteren Verdächtigen nach Paris-Anschlägen

Brüssel - Ein weiterer Verdächtiger der Anschläge von Paris wird nach Frankreich überstellt. Belgien stellt jedoch Bedingungen.
Belgien überstellt weiteren Verdächtigen nach Paris-Anschlägen

Ceta-Vertrag ohne nationale Parlamente? Zeit für den Juxit

Die Parlamente der EU-Staaten sollen nach dem Willen der Kommission nicht an der Entscheidung über das ausgehandelte Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) beteiligt …
Ceta-Vertrag ohne nationale Parlamente? Zeit für den Juxit

Kommentar: Boris Johnson, der hohle Sprücheklopfer

München - Es hätte die große Stunde des Boris Johnson werden können. Hätte. Denn Londons Ex-Bürgermeister will sich nicht zum Nachfolger David Camerons wählen lassen. …
Kommentar: Boris Johnson, der hohle Sprücheklopfer

Kommentare